NPD-Mitglieder stimmen für Fusion mit der DVU

Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung der NPD im Rahmen der geplanten Verschmelzung von NPD und DVU liegen nach NPD-Angaben vor. Fast 2000 Mitglieder hatten sich demnach beteiligt. „Halten Sie eine Vereinigung von NPD und DVU für sinnvoll, sofern der NPD daraus keine neuen Schulden entstehen?“, wollte die NPD von ihren Mitgliedern wissen. 92,47 % stimmten nach NPD-Angaben Ja, 6,62 % mit Nein. Einen neuen Parteinamen bzw. Namenszusatz im Rahmen der Vereinigung halten hingegen nur 26,16 % für sinnvoll.

Der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt zeigte sich den Angaben zufolge positiv überrascht, dass mehr als ein Viertel der Mitgliedschaft der NPD sich in diesem knappen Zeitfenster an der Mitgliederbefragung beteiligt habe.

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NPD-Chef Udo Voigt freut sich über das Ergebnis der Befragung - doch zur Vereinigung ist es noch ein weiter Weg.

Präsidium und Parteivorstand der NPD wollen im August zusammentreten, um „den Willen der Mitgliedschaft in die Tat umzusetzen“. Zunächst müssw der Entwurf eines „Verschmelzungsvertrages mit der Führung der DVU ausgehandelt werden“. Diesem müssten dann beide Bundesvorstände, die Parteitage und eine Mitglieder- Urabstimmung beider Parteien ein positives Votum geben.

Allerdings könnte sich die Einschränkung „sofern der NPD daraus keine neuen Schulden entstehen“ den ganzen Vereinigungsvorgang stoppen. Denn offenbar drücken die DVU erhebliche Schulden von mehr als einer Million Euro. Zudem war die Mitgliederbefragung in DVU-Kreisen umstritten: Die Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen seit Wochen im Internet Front gegen die Vereinigung – und vor allem auch gegen den DVU-Vorsitzenden selbst. Ein Schiedsgericht der Partei erklärte Faust kürzlich kurzerhand für abgesetzt – der Bundesvorsitzende zog dagegen vor Gericht. Die DVU-interne Schlammschlacht trug bisweilen groteske Züge: Gegenseitig bezichtigte man sich als “Volksverräter” oder “Lügner”.

Siehe auch: NPDVU: Wollt Ihr die totale Vereinigung?