Freispruch für Löcknitzer NPD-Gemeindevertreter

Am 20. Juli 2010 ist der Löcknitzer NPD-Gemeindevertreter Dirk B. vor dem Amtsgericht Prenzlau vom Vorwurf der Nötigung und Beleidigung freigesprochen worden. Er war angeklagt, den Journalisten Peter Huth im August 2009 in der uckermärkischen Kleinstadt Brüssow den Weg versperrt, ihn beschimpft und für seine journalistische Arbeit Prügel angedroht zu haben. In der Urteilsbegründung erklärte der Strafrichter nach Angaben des Nordkuriers, es könne „so gewesen sein wie das Herr Huth erzählt. Es kann aber auch so gewesen sein wie das Herr B. erzählt.“ Hier stehe Aussage gegen Aussage. Deshalb werde Herr B. freigesprochen.

Nach der Beschreibung von Peter Huth vor Gericht hatte sich Dirk B. ihm zur Mittagszeit mit einer Bierflasche in der Hand in den Weg gestellt. „Na du Judensau, war wohl nichts los gestern in Brüssow!“, spielte er laut Peter Huth auf einen am Vorabend misslungen Heß-Gedenk-Flashmob in Brüssow an. „Hättest mal nach Löcknitz kommen sollen. Da gab es eine Feier.“ Danach soll er ihn mit Worten wie Drecksack und Drecksau beschimpft und erneut als Judensau bezeichnet haben. Auf der anderen Straßenseite habe ein zweiter Mann gewartet. Im weiteren Verlauf seines Monologs drohte ihm der heute 41-jährige NPDler mehrfach Prügel an, falls er ihn noch einmal durch den Dreck ziehen würde. Zum Schluss kam der Satz „Wir wissen genau, wo du wohnst“.

Der zweite Mann entpuppte sich laut Nordkurier vor Gericht als der Brüssower Fliesenleger Bernd R.. Er hatte den Vorgang von der anderen Straßenseite verfolgt und bestätigte die Darstellung seines Kumpels und Geschäftspartners Dirk B. Während der Staatsanwalt demnach in den Worten von Bernd R. eine Gefälligkeit sah, ließ der Richter diese bei seiner Bewertung des Vorfalls gänzlich außen vor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Siehe auch: Drohungen gegen Journalisten: NPD-Gemeindevertreter vor Gericht

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