Kampf gegen die Schulreform: NPD bietet ehemaligen Untergrund-Kämpfer auf

VolksentscheidkleinP
Die Hamburger NPD unterstützt die Kampagne "Wir wollen lernen!"

Am 17. Juli 2010 will die NPD nach Angaben des Hamburger Bündnisses gegen Rechts auf dem Gelände des Busbahnhofes Wandsbek-Markt gegen die geplante Schulreform und Kinder migrantischer Herkunft hetzen. Die Kundgebung soll demnach von Manfred Börm aus Handorf (Niedersachsen) geleitet werden. Börm saß wegen Neonazi-Untergrundaktivitäten im Gefängnis, war leitender Funktionär verbotener Organisationen und leitet bis heute den NPD-Ordnungsdienst an. Anmelder der Kundgebung ist Raphael Niemann.

An der kontrovers geführten Debatte um die Schulreform wolle die Hamburger NPD nun mitmischen. Im Kampagnenaufruf heißt es, dass die NPD ein „Menschenbild“ habe, das „von der natürlichen Ungleichheit aller
Menschen, auch innerhalb des deutschen Volkes“ ausgehe. „Intelligenz und andere Qualifikationen“ seien „nach Erkenntnissen der modernen Biologie zu etwa gleichen Teilen genetisch vorbestimmt“. Die NPD spricht den Angaben zufolge von „überfremdeten Stadtteilen“ und propagiert die „konsequente Sonderbeschulung von Ausländern und leistungsunfähigen deutschen Schülern, um zu verhindern, dass die gutwilligen deutschen Schüler (…) negativ beeinflusst werden.

Weiter berichtet das HBgR:

In der jüngsten Vergangenheit war die Hamburger NPD immer wieder durch Gewalttaten an ihren Infoständen in die Schlagzeilen gekommen, im vergangenen Jahr wurden mehreren Menschen in Hamburg durch Neonazis zum teil schwer verletzt. Momentan lassen mehrere Bezirke keine Anmeldungen von Infoständen der Partei zu. Räume für ihren erst am 4. Juli durchgeführten Landesparteitag ließ sie unter falschen Angaben durch ihr Vorstandsmitglied Willi Wegner in einem Kleingarten anmelden. Wegner ist u.a. wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Mit dem Anmelder der Kundgebung in Wandsbek, Manfred Börm, Leiter des Ordnungsdienstes und Mitglied im Bundesvorstand der Nazipartei, setzen die Hamburger nun noch eins drauf. Börm wurde wegen einem bewaffneten Überfall auf einen NATO-Stützpunkt zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Nach der Haftentlassung engagierte er sich als Gauführer in der inzwischen verbotenen Wiking-Jugend (WJ) und danach in der 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). In beiden Organisationen leitete er Kinder oder Jugendliche zu Wehrsportübungen an. Seit langem ist Börm auch als Funktionär für die NPD tätig. Börms Ordungsdienst ist immer dabei, wenn es gilt auszuteilen. Ob bei einer Straßenschlacht gegen politische Gegner in Schleswig-Holstein im Jahre 2004 oder als sich NPD-Kader 2006 der Polizei in Oldenburg widersetzten. Einen vorbestraften Schläger will die Hamburger NPD nun als Anmelder und Leiter einer Kundgebung zum Thema Erziehung und Schule präsentieren.

Die NPD-Kundgebung am Samstag ist für 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr von den Nazis angemeldet worden. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft zu Protesten auf.

Siehe auch: Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!

9 thoughts on “Kampf gegen die Schulreform: NPD bietet ehemaligen Untergrund-Kämpfer auf

  1. Die NPD in Hamburg muss ja wirklich verzweifelt sein, wenn sie schon im konservativen „Bildungs“-Bürgertum auf Stimmenfang geht. So weit ich weiß, waren die Vorbilder der heutigen NPDler, die damaligen Obernazis, vom Bürgertum – unter anderem weil man es für „verjüdet“ hielt und weil das Bürgertum den Obernazis angeblich die glorreichsten Karrieren versagte – so richtig angewiedert.

    Aber dieser Sinneswandel steht eben für „das Neue“ bei den heutigen Nazis, so dass man statt „Nationalsozialismus, jetzt!“ lieber „nationaler Sozialismus, jetzt!“ brüllt.

    Ansonsten erinnert mich die widerwertige Forderung der heutigen Nazis über die „konsequente Sonderbeschulung von Ausländern und leistungsunfähigen deutschen Schülern“ an den bereits sich in der Umsetzung befindenden Plan der damaligen Nazis, die Slawen in ihrem Machstbereich den Schulbesuch nur bis zur vierten Klasse zu erlauben sowie an die Rassentrennung an Schulen in den USA. Beide Male ging man davon aus, dass die eine „Rasse“ der anderen überlegen war – so wie die NPD es noch heute tut.

  2. Das ist ja schlecht ausgedrückt:

    „Börm saß wegen Wehrwolf-Untergrundaktivitäten im Gefängnis“

    Hat er sich bei Vollmond verwandelt? Und ist das strafbar?

    Es handelte sich um eine terroristische Wehrsportgruppe. Sollte man dazu sagen, es dürfte nicht jedem klar sein.

  3. [b]Man soll ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen[/b]

    (und einen Artikel nicht nach seiner Überschrift)

    Einer modernen Sage zufolge verfiel der russische Fürst Grigori Potjomkin, ein Günstling der russischen Zarin Katharina II, anlässlich eines Besuches seiner Herrscherin auf einen Trick. Im neu eroberten Krimgebiet entlang der Wegstrecke der Zarin ließ Potjomkin Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen und seine Herrscherin über den tatsächlichen Stand der Besiedelung hinwegzutäuschen. Eins lehrt uns diese Geschichte: Die Verpackung ist alles. Es gibt so manche Bezeichnung für etwas was oberflächlich glitzernd und fein herausgeputzt, verpackt und dargestellt wird um den oder die Betrachter über den Inhalt im Unklaren zu lassen. Bei genauerer Betrachtung stellt man alsbald fest das die frohlockung welche man beim ersten Blick verspürte, schnell verfliegt weil die Substanz nicht vorhanden ist. Ein Vorgehen mit langer Tradition und die Geschichte strotzt mit Beispielen, die Potjomkinischen Dörfer sind nur eines von vielen.

    Auch der Journalismus bedient sich solcher Gangart. Nicht immer, aber immer öfter wie es scheint, dies immer breiter und geparrt mit einer Selbstverständlichkeit die manchen Propagandisten der Vergangenheit vor Neid erblassen lassen würde. Anders als bei den Potjomkinischen Döfern zählen aber hier keine blühenden Landschaften sondern Skandale und Entsetzen. Gefragt ist was aufhorchen lässt. Gebt der Meute was sie braucht..oder um es mit den Worten von Karl Marx zu sagen: Opium für das Volk. Wobei hier keine Lanze für autoritären Gevatter Marx gebrochen werden soll, doch zumindest mit der eben genannten Feststellung über „Brot und Spiele“ für das „Volk“ hatte er durchaus recht.

    In die Reihe solcher „Verpackungen“, welche man öffnet und eilig aufreisst nur um festzustellen das im inneren nur gähnende Leere schlummert gehört wohl auch der Artikel „Kampf gegen die Schulreform: NPD bietet ehemaligen Untergrund-Kämpfer auf“, welcher nun auf NPD-Blog erschienen ist. Sicherlich, der Erfolg dieses Vorgehens bleibt nicht aus. Ohne diese illustre Überschrift würden sich Menschen wie ich die Kraft sparen und nun ein paar Zeilen dazu zu verlieren.

    Ist es nicht fadenscheinig Börms Aktivitäten in der sogenannten „Wehrwolf-Einheit“ aufzubieten um die NPD-Veranstaltung in Hamburg zu beschreiben? Auch wenn das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ (HBgR) diese Geschichte zuerst aus dem Bücherregal geholt hat, entbindet es nicht vom eigenen Denken..zumindest wenn man sich dransetzt und selber einen Artikel dazu verfasst. Börms Aktivitäten in der ANS (Aktionsfront Nationaler Sozialisten) um Michael Kühnen liegen nun über 30 Jahre zurück. Jetzt könnte vieleicht die Frage kommen: ANS, Michael Kühnen?.. Es zeugt nicht gerade von Überprüfungsleistung wenn man einfach wiederkäut das Börm ein NATO-Waffendepot in Bergen überfallen hat..(ein Unternehmen was letztlich auch gescheitert ist).. sondern dann wäre es sinnvoll gewesen den Kontext einzublenden. Was waren das für Strukturen? Welche Überfälle (Stichwort: Schleswig-Holstein) gab es noch? Aber ich schweife ab und höre auf bevor ich hier die Hepp-Kexel-Bande aufliste und deren Sprengstoffanschläge in den 80er Jahren. Wie erwähnt, Börms Aktivitäten als „Untergrundkämpfer“ sind lange vorbei..wie es ein Neonazi ala Dieter Riefling ausdrücken würde: Auf dem Schutthaufen der Geschichte angekommen.

    Manfred Börm nun als schlagzeilenträchtigen Aufhänger zu nehmen die Aktivitäten der NPD Hamburg darzustellen erzeugt meinerseits Kopfschütteln. Die NPD, bzw deren Jugendorganisation um Raphael Niemann entfaltet doch eigenständig genug Brimborium..als das man nun die Geschichte von Börm aus dem Keller holen muss. Versteht das nicht falsch..erwähnen ja..aber als Aufhänger? Wieso schreibt ihr nicht „Ehemaliges Mitglied der Jungen Union meldet NPD Veranstaltung in Hamburg an“. Diese Verbindung / Aktivität Niemann’s würde doch auch den Ole von Beust in irgendeiner Form tangieren. Aber nein..30 Jahre in der Vergangenheit schlummert der Skandal..der inzwischen in jedem nur erdenklichen Artikel über Manfred Börm wiedergekäut wurde… .

    Warum schreibt ihr nicht: Mitglieder des verbotenen „Hamburger Sturms“ gehören zur Führungsetage der NPD Hamburg und organisieren da ebenfalls herum? Verurteilte Mörder (Willi Wiener EX-FAP) streunern auf jeder Demo der Hamburger Neonaziszene herum und übernehmen unter anderem Ordneraufgaben. Wieso habt ihr früher bei Christian Worch, als dieser noch in Hamburg weilte, geschrieben das der „ehemaliger Chef von Neonazi-Schutztruppe“ diese oder jene Kundgebung anmeldete. Das ehemalige „Blood&Honour“ Aktivisten auf nahezu jedem Stelldichein Hamburger Neonazis herumflitzen scheint ja auch keine Meldung wehrt zu sein. Und wenn ihr über Ordneraufgaben schreibt..Ist Mario Liebert nicht erwähnenswert der in Hamburger (Aktionsbüro) Ordnerschulungen zum „Wiederstand gegen jeden“ aufruft und dort Tips gibt wie man Journalistenpack den Arm brechen kann? Und um auf die JN Hamburg um Raphael Niemann zurückzukommen…Warum baut ihr in Überschriften nicht ein das er sich mit Polizisten prügelt, wie zB. letztes Jahr in niedersächsischen Lüneburg, das auf den regelmäßigen Treffen der JN Hamburg darüber gerätselt wird wie der „Nationalsozialismus in Deutschland wiedereingeführt werden kann“ usw. und so fort?

    Börm jetzt im Zusammenhang mit der NPD Hamburg, bzw der von Raphael Niemann geleiteten NPD Jugend, als agilen „Untergrundkämpfer“ hinzustellen wirkt irgendwie befremdlich. Börm hat doch ganz anderen Dreck am Stecken als diesen nunmehr 30 Jahre zurückliegenden Kram. Das ganze scheint eher im Style einer Bild-Zeitungsmontage zu funktionieren.. Stichwort: Untergrundkämpfer.. womit dann Entsetzen ausgelöst werden soll. Das meine ich jetzt nicht als perfide Unterstellung..Aber vollkommen läßt sich diese Intention nicht beiseite wischen. Alleine deshalb weil besagte Überschrift dann doch 20 bis 30mal im Jahr verwendet werden kann. NPD Bundesparteitag..Untergrundkämpfer mit auf dem Podium…da Herr Börm, wie im übrigen im Text gar nicht erwähnt ja auch im NPD Bundesvorstand sitzt..und wie ebenfalls nicht unbekannt zu den „engsten Vertrauten“ des NPD-Bundesvorsitzenden Voigt gezählt werden darf.

    Und auch das Börm die Kundgebung in Hamburg leiten wird… Nunja.Wo war das Entsetzen als Börm dies in der Vergangenheit getan hat. Dutzende Male in den vergangenen Jahren. Als Vorsitzender des NPD Unterbezirks Lüneburg ja auch keine allzu große Absonderlichkeit. Dazu kommt das Manfred Börm bei nahezu jeder größeren NPD Demonstration als als Einweiser, Leiter des Ordnerdienstes etc agiert. Zumindest bei solchen wo auch die NPD federführend ihre Finger mit im Spiel hat und nicht solchen die eher auf das Konto der „freien Kräfte“, also parteiunabhängige Neonazis gehen.Zuletzt fungierte Börm doch auch als Versammlungsleiter, Anmelder, Ordnerleiter einer Neonazi-Kundgebung in Buchholz in der Nordheide. Hier dort, zum Erschrecken aller doch gar einen Redebeitrag..sogar beim „Jürgen Rierger Gedächnismarsch“ in Wunsiedel übernahm Börm die Einweisung der Ordner und, Potz Blitz, richtete sein Wort an die versammelte „Trauergemeinde“ um ihnen zu sagen das zu viele „Krimminelle“ und „Vorbestrafte“ in den eigenen Reihen zu finden sind, und somit die suche nach geeigneten Ordnern noch etwas dauern dürfte. Demnach sind dutzende NPD Veranstaltungen in Verbindung mit dem „Untergrundkämpfer“ zu bringen. Allerdings verzichtet man im Zuge der Berichterstattung in der Regel auf Effekthascherei in der Überschrift und nimmt den ganzen braunen Mob und deren Inhalt auseinander.

    Den Knaben jetzt als Untergrundkämpfer hinzustellen ist doch wohl ein wenig zu viel der Ehre..und ist im Endeffekt Wasser auf seinen Mühlen. Die „Untergrundtat“ scheiterte am eigenen Diletantismus, nur leider wird das zumeist unterschlagen. Hört sich so ja auch ein wenig bedrohlicher an. Mal unter uns..die halbe Szene ist voll von solchen Knallköpfen die Waffen horten, sich auf den „Endsieg“ vorbereiten und über das Jahr hionweg hunderte, wenn nicht tausende von „illegallen“ und „kriminellen“ Handlungen fabrizieren. Jeder 14jährige Nachwuch-Jungspund in deren Reihen bewundert Börm für solch einen Scheiß wie das er angeblich ein Wunderknabe, pardon „Untergrundkämpfer“ sei. Das ist er nicht. Börm ist genauso fett geworden wie der halbe NPD-Bundesvorstand. Nur das Börm militärisch denkt und seinen Ordnerdienst ebenso militärisch ausbildet und ihn intern als „Truppenteil“ bezeichnet.

    Ihr schreibt doch auch sonst nicht von „Bomben-Naumann“ oder „Söldner-Bräuniger“..obwohl die weitaus schlimmere Scheiße am Stecken haben (man entschuldige die Fäkalausdrücke) Das Alexander Neidlein (stellvertretender Landesvorsitzender in Baden Württemberg) ein ehemaliger Terrorist ist..wird ja auch kaum angeschlagen..(Stichwort Südafrika).. Wenn ihr die Nazis schon so bezeichnet..dann behaltet es wenigstens als grundlegendes Muster bei..und nutzt solche Sachen (übrigens auch das Hamburger Bündnis gegen Rechts) nicht zur Effekthascherei. Nur weil Börm mal über die Elbe kommt und die Hamburger nun erkennen das „zugereiste Nazis“ fast noch böser sind als die eigene Neonaziszene ist das kein Skandal..das ist der Normalfall.

  4. Ich bin noch immer gegen die Reform, die FDP übrigens auch.

    Nur weil diese Idioten von der NPD so wie ich dagegen sind, heißt es nicht dass ich auf der falschen Seite stehe, die NPD will schließlich auch den Truppenabzug aus Afghanisten so wie die LINKSPARTEI.

    (Damit es nicht mehr zu solchen Interessensüberschneidungen kommt hoffe ich auf ein baldiges NPD-Verbot.)

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