DVU-Schlammschlacht: Faust schlägt zurück

DVU-Chef Matthias Faust leistet in diesen Tagen Fleißarbeit: Er klebt Tüten – oder besser: Versandtaschen. Tausende Bögen der „Vereinigungsbefragung“ von DVU und NPD wollen auf den Weg gebracht werden – und Faust erledigt diesen Job fast in Alleinarbeit. Dafür legt er Belege vor: Allein am 9. Juli hat er 951 Fragebögen bei der Deutschen Post in Hamburg auf den Weg gebracht – so steht es auf einer Quittung, die NDR Info vorliegt und die als Auftraggeber die Deutsche Volksunion in der Paosostraße 2 in München ausweist.

Von Stefan Schölermann NDR Info

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Faust (rechts) mit Andreas Molau (mi.) und NPD-Chef Voigt

„Und das ist nur ein kleiner Teil der zu erledigenden Post“, sagt Faust, der mit dieser Aussage Mutmaßungen entgegentritt, die DVU habe ihren Adressbestand bereits jetzt der braunen Konkurrenz von der NPD ausgehändigt. Das sei „vollkommener Blödsinn“, sagt Faust dazu knapp.

In die gleiche Kategorie ordnet er die auf rechten Internetseiten entbrannte Debatte um seine Führungsposition in der DVU ein. Zwar hatte das Schiedsgericht der Partei Faust kürzlich erklärt, dass Faust aller Ämter enthoben sein. Doch gegen diese Entscheidung war Faust gerichtlich zu Felde gezogen: In dem Beschluss des Landgerichts München I heißt es dazu: „ Soweit § 6 der Parteisatzung die Verwirkung der Mitgliedschaft […] vorsieht, ist er wegen Verstoßes gegen §10 Abs.4 PartG. unwirksam“. Zugleich stellt das Gericht fest, dass eine DVU- Bundesvorstandssitzung ohne Beteiligung von Faust „diesen erheblich in seinen mitgliedschaftlichen Rechten“ verletze. Faust sieht damit alle Gründe zu Spekulationen über seine Führungsposition in der DVU ausgeräumt. Er kündigte zugleich rechtliche Schritte gegen Widersacher an, die mit „Unwahrheiten und Verleumdungen“ gegen ihn zu Felde ziehen wollten.

Parteivolk zu schwach?

Der Führungsstreit in der DVU erreicht damit zu einem Zeitpunkt einen neuen Höhepunkt, da DVU und NPD in ihrem gemeinsamen Fragebogen verzweifelt um die Gründung einer „Neuen Rechten“ ringen. Dabei geht es offenkundig nicht nur um die beiden braunen Schwestern. Immerhin werden die Mitglieder auch um ihre Meinung zu der Frage gebeten: „Soll eine Vereinigung auch mit anderen Parteien und Organisationen angestrebt werden?“ Liest man den Fragebogen genau, können allerdings Zweifel aufkommen, ob das Votum der Mitglieder allein den Ausschlag geben wird, ob die Vereinigung stattfindet oder nicht. Immerhin heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder: „Auch ihre Meinung und Ihr Sachverstand sind jetzt gefragt und sollen die nächsten Schritte begleiten.“ Das lässt sich auch anders deuten: Sollte die steile Schussfahrt beider Gruppierungen in die politische Bedeutungslosigkeit nach der Vereinigung erwartungsgemäß anhalten, können die Parteifürsten ihre Mitglieder dafür ihn Haftung nehmen, nach dem Motto: Ihr habt es so gewollt. Dann hat sich eben das Parteivolk als zu schwach erwiesen.

Siehe auch: DVU-Schlammschlacht: Mit brauner Brühe zum Höhepunkt, Fusion von NPDVU als “Proklamation größten Ausmaßes”?, Machtkampf vor Gericht: Letzte Zuckungen bei der DVU, DVU-Bundesvorstand Weidenbach tritt zurück, Vereinigung von NPD und DVU schon gescheitert?

6 thoughts on “DVU-Schlammschlacht: Faust schlägt zurück

  1. Ob das seine Richtigkeit hat, kann doch auch bezweifelt werden!

    Denn bisher hat dieser geschaßte d. h. ausgeschlossene und seiner Ämter enthobene Bu-Vorsitzende mit erfolgreicher Arbeit „NICHT“ glänzen können.
    Zudem stellt sich hier die Frage: „Aus welchem Topf wird denn das Porto überhaupt aufgebracht?“
    Sicherlich nicht aus der Portokasse des Herrn Faust, oder?
    „Um wahrheitsgemäße Beantwortung wird gebeten!!!

  2. @ Kügler:

    Langsam wirds albern. Wenn Sie LESEN könnten, wüssten Sie, dass der Brief aus Spenden finanziert wird.

    Ach ja, und woher wissen Sie das Faust aus der Partei ausgeschlossen bzw. seiner Ämter enthoben wurde? Hörensagen ist kein verlässlicher Ratgeber.

    Aber was will man von einem Denunzianten, der seine eigenen Kamaraden diskreditiert auch erwarten. Zumal dieser in KEINER rechten Partei auch nur eine Zehe an den Bodnen kriegen würde.

    Wünsche noch einen schönen Abend! :-)

  3. @ Falke

    Ihnen scheinen einige aber wichtige Fakten völlig unbekannt zu sein, denn anders lassen sich Ihre Ausführungen nicht bewerten.
    Zu Ihrer Kenntnis:
    „Mit Beschluß des Bu-Schiedsgerichts vom 08. Juni 2010 wurde M. Faust seines Amtes als Bu-Vorsitzender der DVU enthoben und seine Mitgliedschaft wurde aufgehoben. Hier hat demnach ein Rauswurf stattgefunden.
    Dagegen legte Faust beim Landgericht München 1 Widerspruch ein und stellte mit Datum vom 15.6.2010 Antrag auf einstweilige Verfügung, die ihn weiterhin in seinem Amt belassen sollte.
    Unter dem AZ.: 20 0 11371/10 hat das LG München 1 diesen Antrag zurückgewiesen und eine Eilbedürftigkeit verneint, wie aus der beglaubigten Abschrift vom 9.7.2010 hervor geht. Insbesondere hat das Gericht auf das Hauptsacheverfahren hingewiesen.“
    Damit handelt Faust eindeutig „rechtswidrig“ und macht sich der Untreue und des Betrugs schuldig. Denn Faust darf weder im Namen der Partei handeln oder gar Vereinbarungen treffen und der Zugriff auf Konten der Partei ist ihm ebenso untersagt. Deshalb ist auch der Zugriff auf Spendengelder rechtswidrig und erfüllt den Straftatbestand der Untreue und des Betruges. Darüber wird aber letztlich die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufnehmen.
    Was nun meine Person anbelangt, so habe ich nur von meinem Recht auf Abwehr gegen mich gerichtete Anschuldigungen, die alle nur einem Lügengespinnst entsprachen, Gebrauch gemacht und waren den miesen Machenschaften des Münch, Faust & Co geschuldet.
    „Ehe man sich zu solchen Aussagen hinreißen lässt empfiehlt es sich, erst einmal die Fakten zu hinterfragen!“

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