Bundestag wählt „Irren“ in Vertreibungsstiftungsrat

Im Bundestag ist der Rat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ gewählt worden – en bloc wurde die Liste mit den Stimmen von Union und FDP sowie einer Zustimmung aus der SPD gewählt. Der „Bund der Vertriebenen“ ist nun mit sechs Stiftungsräten vertreten – und stellt damit die meisten der 21 Räte. Unter anderem wurden Arnold Tölg sowie Hartmut Saenger gewählt. Mehrere Politiker von Linkspartei, Grünen und SPD kritisierten, deren Geschichtsbild sei nicht für internationale Versöhnung geeignet.

Von Patrick Gensing

Volker Beck (Grüne) trug einige Aussagen der gewählten Räte vor; die Ausführungen von Tölg zur Entschädigung von Zwangsarbeitern kommentierte Karl Lauterbach (SPD) mit dem Zwischenruf „Ein Irrer“.

NPD-BLOG.INFO dokumentiert einige der Aussagen zur Entschädigung von NS-Opfern sowie zur Schuld am 2. Weltkrieg.

Arnold Tölg über „vergessene Zwangsarbeiter nach Ende des Zweiten Weltkrieges“ in der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“:

Wenn man über Zwangsarbeiterentschädigung spricht, müßte man auch deutlich machen, daß gerade die Länder, die am massivsten Forderungen gegen uns richten, genügend Dreck am Stecken haben, weil Sie Hunderttausende deutscher Zwangsarbeiter in zahllosen Lager hatten. Ich denke an die ehemalige Sowjetunion, an Polen, Tschechien oder Jugoslawien, um nur mal einige zu nennen. Und für mich ist das Schlimmste an der ganzen Geschiche, daß deutsche Generationen mit Forderungen überzogen werden, die überhaupt keine Verantwortung tragen. Es sind inzwischen mehrere Generationen nach Kriegsende vergangen, und nach meiner Beurteilung ist längst alles verjährt beziehungsweise entschädigt.

Und:

Wir lassen uns immer das Handeln von den ausländischen Medien mehr oder weniger vorschreiben, die die Kampagnen lostreten. Es wird niemals dagegen gehalten und deutlich gemacht, wie viele Deutsche Zwangsarbeit geleistet haben, welche gigantischen Wiedergutmachungs-Zahlungen geleistet wurden, wie viele Stiftungen errichtet wurden, um auch Zwangsarbeitern zu helfen. Das wird ja alles mehr oder weniger unterschlagen. Und welche gigantischen Vermögensverluste durch die Vertreibung der Deutschen, diese ethnischen Säuberungen, da entstanden sind, das wird nirgends aufgelistet. In einer internationalen Pressekampagne könnte man dagegen halten: Deutschland hat sich als einziges Land in der Welt für Verbrechen nicht nur entschuldigt oder diese bedauert, sondern neben der Aburteilung der Schuldigen auch gigantische Wiedergutmachungen geleistet. Das ist ja einmalig in der Weltgeschichte. Davon wird viel zu wenig Gebrauch gemacht. Und auch an die Abtrennung der ostdeutschen Provinzen, an die Vertreibung der Deutschen wird bei dem Thema kaum erinnert. Während in Nürnberg von den Siegern die deutschen Kriegsverbrecher zurecht verurteilt wurden, haben die gleichen Länder bezüglich Zwangsarbeitern ähnliche Verbrechen begangen wie Hitler-Deutschland.

Hartmut Saenger in der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 05. September 2009 über den Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939:

Der 1. September 1939 gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs und wird schon deshalb von Politik und Medien mit entsprechenden Reden und Bildern ins öffentliche Gedächtnis gerückt. Oft genug geschieht das unter Kurzformeln wie: „… der vom nationalsozialistischen Regime entfesselte Weltkrieg“. Solche Kurzformeln werfen naturgemäß mehr Fragen auf als beantwortet werden.

Besonders kriegerisch führte sich Polen auf. Der 1918 wieder erstandene Staat schaffte es in der kurzen Zeit bis 1921 gleich mit vier Nachbarn durch militärische Besetzungen und Kriege in dauerhaftem Streit zu liegen.

Das deutsch-polnische Konfliktpotential (Korridor, Danzig und die Repressalien gegen die deutsche Minderheit) war für England und Frankreich bestens geeignet, durch Beistands-pakte Polen gegenüber dem Deutschen Reich den Rücken zu stärken. Mit dieser Absicherung durch die starken Garantiemächte im Westen fiel es Polen leicht, jeden deutschen Vorschlag zu einer Danziglösung abzulehnen und sogar mit Krieg zu drohen. Im März 1939 machte Polen sogar gegen Deutschland mobil und gab damit Hitler die Möglichkeit der Aufkündigung des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes von 1934.

Dem armen, ungeliebten Hitler blieb also offenbar gar nichts anderes übrig, als sich nach einem Freund umzuschauen:

Hitler suchte sich angesichts dieser drei seit Versailles gegen das Deutsche Reich operierenden Bündnispartner einen Verbündeten. Er fand ihn am 23. August 1939 in Stalin. Die Sowjetunion hatte seit der polnischen Gebietserweiterung 1921 eine offene Rechnung mit Polen. Der Hitler-Stalin-Pakt machte den Krieg der beiden großen Flügelmächte gegen Polen möglich. England und Frankreich setzten dieser Besetzung und Aufteilung Polens keinen Widerstand entgegen, weil es ihnen nicht um Polen ging, und um Danzig auch nicht.

Aber das Deutsche Reich war – zumal im Bündnis mit Rußland – für England in Europa zu stark geworden. Frankreich und England erklärten am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg, nacheinander folgten die Commonwealthmächte von Australien bis Kanada. Erst England machte den Krieg um Danzig zu einem weltweit ausgetragenen Krieg, der dann durch den Kriegseintritt der USA wegen seiner Interessen am Pazifik zum globalen Krieg ausuferte.

Die „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ soll die Erinnerung an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im Kontext mit dem Zweiten Weltkrieg und der Vernichtungs- und Expansionspolitik der Nazis wach halten. In den neunköpfigen „Wissenschaftlichen Beirat“ waren mehrere ausländische Wissenschaftler berufen worden: Kristina Kaiserová aus Tschechien, Tomasz Szarota aus Polen sowie Kristián Ungvary aus Ungarn. Der polnische Historiker Tomasz Szarota zog sich allerdings zurück, weil der bestellte Direktor nicht die Versöhnung mit Polen in den Vordergrund stelle, sondern die Versöhnung zwischen den Vertriebenen und den anderen Deutschen. Auch Kaiserová trat aus dem Beirat aus – genau wie die Publizistin Helga Hirsch.

Siehe auch: Neumann: “Vertriebene Opfer des von Hitler angezettelten Krieges”, Experten verlassen “Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung”, Historiker fordert Veröffentlichung von BdV-Studie, Mitgliederzahl des “Bundes der Vertriebenen” bleibt unklar, Steinbach: “Mehr Widerstandskämpfer als Nazis im BdV”, Westerwelle, der Vaterlandsverräter

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