Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!

Die Hamburger NPD um Torben Klebe hat der taz zufolge ihre Kampagne gegen die geplante Primarschule gestartet. Mitten in der Stadt sei nun zu lesen: „Ja zur Vorlage der Volksinitiative ,Wir wollen lernen‘. Nein zum Schulreformchaos der Bürgerschaft. NPD“. Damit wolle die schwächelnde Partei „das vielleicht meistdiskutierte Thema der Stadt aufzugreifen“, meint das Blatt. „Nichts ist ungerechter als die gleiche Behandlung Ungleicher“, schreibe die NPD in ihrem Faltblatt und dass die „Einheitsschule“ die „Kinder entweder unterfordert oder überfordert“. Voller Sorge um „unsere Kinder und Enkelkinder“ riefen die Rechtsextremen nach einer „konsequenten Sonderbeschulung von Ausländern“.

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Die NPD-Hamburg unterstützt die Kampagne "Wir wollen lernen!"

Im Internet werde die Partei noch deutlicher: Wenn „eine große Zahl kulturfremder Ausländer in einer Klasse mit deutschen Schülern sitzt, kann das Ergebnis keine neue Klasse von hochqualifizierten Akademiker sein“. Denn, so heißt es laut taz da weiter: „Intelligenz und Arbeitsmoral sind eben auch ethnisch bedingt“. Einen Tag später schreibt die NPD auf ihrer Homepage gar, dass eine aus dem 68er-Milieu kommende „Politikerschaft“ als Nebeneffekt der Reform aus einem „Volk von Dichtern und Denkern“ ein „negroid-asiatisches Subproletariat unter der Herrschaft des großen Geldes“ zu machen beabsichtige. Das „große Geld“ gilt unter Rechtsextremen seit jeher als Synonym für „die Juden“.

„Wir lehnen jegliche Unterstützung durch die NPD ab“, sagte Walter Scheuerl, Sprecher der erwähnten Reformgegner-Initiative „Wir wollen lernen“, gegenüber der taz. Per Anwalt versuche sie bereits dagegen vorzugehen. Allerdings kann man sich politischen Unterstützer nicht immer aussuchen – und es ist wenig überraschend, dass die NPD dieses Thema anspricht. Denn sie setzt in der Bildung – wie eben auch konservative Kreise – auf Elitenförderung. Das klingt in dem jüngsten NPD-Programmentwurf so:

In einem modernen mehrgliedrigen Schulsystem sind die Schüler entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu unterrichten. Eine Einheitsschule, die die Kinder entweder unter- oder überfordert, lehnt die NPD ab.

Damit ist die NPD nicht allein, wie dieser sehenswerte Panorama-Beitrag zeigt:

Bevor besonders schlaue Kommentatoren dies nun behaupten: Nein, die Köpfe hinter der Kampagne „Wir wollen lernen“ sind keine Nazis. Aber sie vertreten ein veraltetes Konzept, welches ideologisch teilweise der extremen Rechten in die Hände spielt. Solche ideologischen Schnittmengen werden beispielsweise durch die Extremismus-Theorie leider oft verschleiert und öffentlich ignoriert. 

Siehe auch: Die Intiative „Die Schulverbesserer – für die Primarschule“

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