Neue SA? Warnung vor einer NPD-Wehr

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Für eine völkische "Revolution" steht vor allem die JN.

Die NPD denkt offenbar darüber nach, eine parteiinterne Kampforganisation aufzubauen. Politiker demokratischer Parteien sprachen einem Bericht des Nordkuriers zufolge auf Nachfrage von einer neuen „SA“. Innerhalb der NPD gibt es demnach schon einen so genannten Ordnungsdienst. Dass nun neue Strukturen geschaffen werden könnten, lege ein Wortprotokoll der nicht öffentlichen Innenausschusssitzung des Landtages Mecklenburg-Vorpommern vom 15. April dieses Jahres nahe, das dem Blatt vorliegt und das den NPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs zitiert. Dort heißt es: „…dass es schon selbstverständlich Überlegungen gibt in unseren Kreisen, auf der Grundlage der Notwehr uns einmal etwas näher juristisch beraten zu lassen…, ob es eine Organisationsform gibt innerhalb unserer Partei, die innerhalb geltenden Rechts nun uns in die Lage versetzt, dass wir uns selber schützen.“

Trotz schriftlicher und telefonischer Nachfrage wollte die NPD-Fraktion dazu bis Redaktionsschluss keine Stellung nehmen. Eine Mitarbeiterin meinte aber, dass eventuell am Montag eine Antwort gegeben werde. Offen bleibt so vorerst, welche Struktur und wie viele Mitglieder die Organisation haben könnte und was ihre konkreten Aufgaben sein sollen, schreibt der Nordkurier weiter. Das Schweriner Innenministerium lehnte demnach ebenfalls eine Stellungnahme zu Erkenntnissen über die mögliche neue Organisation ab. Eine Sprecherin machte „Sicherheitsgründe“ dafür geltend.

Pastörs hatte bereits offen von einem Kampfverband gesprochen – und dass man gegebenfalls „losschlagen“ müsse. Zudem kursierten in der Partei Strategiekonzepte, nach denen die JN für die Straße zuständig sein und „linke Stadtteile knacken“ soll, während die Mutterpartei eher bürgerlich auftritt. “Die Bewegung muss jeden ansprechen, jung und radikal, aber auch Ältere, die sich konservativ nennen”, formulierte es JN-Chef Schäfer beim Bundesparteitag 2009.  Taktisch und strategisch handeln – das forderte der Politik-Student von der NPD, sie habe den Auftrag, “Menschen zu sammeln und Wahlen zu gewinnen”. Die Jugendorganisation dürfe rebellischer sein, dürfe “Sachen sagen, die eine Wahlpartei nicht darf”. Es sei “schwachsinnig, sich mit zu vielen vergangenheitsbezogenen Themen zu beschäftigen. Aber das kann die Jugend übernehmen, die Partei soll sich mit Sachpolitik beschäftigen.” Die NPD also als gemäßigte Wahlpartei, die JN für die Straße und die Nazi-Propaganda, so soll die Aufgabenteilung aussehen. Schäfer spricht in diesem Zusammenhang von linken Kiezen, die man “knacken” müsse.

Siehe auch: NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” als neue HDJ?

17 thoughts on “Neue SA? Warnung vor einer NPD-Wehr

  1. @NDM

    Könnte was Wahren drann sein. Man wollte ja auch feindliche Kieze „knacken“ gehen.

    Hmm, ist man damals bei der NSDAP nicht ähnlich vorgegangen mit ihren SA Schergen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  2. Ich aktualisiere nur über die vom BRD-Volk gewählten offiziellen Nazis – übrigens habe ich gerade den Möllemann von der Spasspartei in Erinnerung.

  3. @einreiseverbot

    Das kann ich SO dem Spiegel nicht entnehmen, sorry. :( – Ich möchte doch bezweifeln, dass der „Spiegel“ den Niebel als „hochrangigen Nazi“ betituliert, wie du es suggerierst.

    Ich nehme aus dem Artikel nur zur Kenntnis, dass Herr Niebel sein weißes Hemd und sein ewiges „Edelweiss-Landser“-Käppie gegen einen Anzug eingetauscht hat. – Er muß ja nun in Israel mit seiner Rommel-Haube nicht um heimlichen Beifall heischen … wie bei seinen anderen Besuchen im arabischen Raum. 😉

  4. Also bis vor Kurzem hatte die NPD noch einen sog. SSD („Selbstschutz Deutschland“), der aus ca. 40 Personen in Kampfklamotten bestand. – Nun hat sie ihn augenscheinlich nicht mehr:

    http://www.selbstschutz-deutschland.de/
    http://widerstand.info/go/?http://www.selbstschutz-deutschland.de/

    Der paramilitärische Verband agierte für Konzerte im Ausland und für sämtliche NPD-Konzertveranstaltungen, insbesondere für Freiluftkonzerte. Als Sponsoren agierten auch hier einschlägig bekannte Versandläden.

    Zu diesen Hanseln, u.A.:
    http://buendnisgegenrechts.de/download/Flyer_LastResort_Hildesheim_Nazis.pdf

    Die Netzseiten von sog. „SSD“ sind offensichtlich aus dem Web … aber die Photos werden sicherlich nicht „verlorengegangen“ sein, falls Volksverhetzer Pastörs seine „neue“ SA vorstellen sollte *lol* 😉

    Übrigens ist mir durch http://widerstand.info/go/?http://logr.org/agmerseburg/2010/06/20/19-06-2010-ca-300-volksgenossen-im-kampf-um-die-freiheit/ wieder verdeutlicht worden, dass gar keine Neonazis aufmarschieren, die gibt es überhaupt nicht in Deutschland … das sind Arbeiter und Bauern … wie am 17. Juni 1953. – Da ist es ja kein Wunder, dass die Versammlungsbehörden ständig die „Gedenkaufmärsche“ von „Arbeiter und Bauern“ durchwinken … 😉

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