„Jüdischer Terrorstaat“: NPD-Apfel provoziert Rauswurf

Der sächsische NPD-Fraktionschef Holger Apfel hat in der letzten Landtagssitzung vor der Sommerpause für einen Eklat gesorgt. Apfel bezeichnete laut mdr Israel als „jüdischen Terrorstaat“ und sprach von einer „blühenden Holocaust-Industrie“. Als er trotz Aufforderung von Landtagspräsident Matthias Rößler seine Rede fortsetzte, wurde die Polizei angefordert. Erst dann zog sich Apfel den Angaben zufolge vom Rednerpult zurück. Die aktuelle Debatte unter dem Titel „Keine Zusammenarbeit mit ‚Schurkenstaaten‘ – Sächsisch-israelische Partnerschaft beenden“ hatte die NPD beantragt.

Die Neonazi-Partei erhofft sich offenbar durch ihre antisemitische Propaganda Zustimmung in der Bevölkerung. Nicht zu Unrecht, allerdings fallen die NPD-Positionen in der Öffentlichkeit kaum noch auf – so dass Apfel eben schon mal eine gezielte Provokation einsetzen muss.

Hörenswertes Audio: MDR-Beitrag zum gezielten Eklat im Landtag

Die NPD versucht immer wieder durch Skandale im Parlament für Aufsehen zu sorgen. Der NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel sprach 2005 erstmals in einem deutschen Landtag von einem „Bomben-Holocaust“ am deutschen Volk. 2006 ließ der gerade aus der NPD-Fraktion ausgeschlossene Abgeordnete Klaus-Jürgen Menzel einen Revolver in den Landtag schmuggeln. Menzel forderte zudem den Einsatz von Waffen gegen politische Gegner. Diese Reden gingen allerdings selbst für die NPD zu weit – offen sollen solche Fantasien offenbar nicht ausgesprochen werden. 2008 geriet wiederum Gansel in die Öffentlichkeit – allerdings unfreiwillig: Er bekam eine Backpfeife von einem Fraktionsmitarbeiter.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern führt sich die NPD-Fraktion als parlamentarische Radautruppe auf. Sehr zur Freude der Basis, die solche Auftritte in den „Schwatzbuden“ erwartet.

Holger Apfel wurde nach seinem Auftritt für die kommenden zehn Sitzungen aus dem Sächsischen Landtag ausgeschlossen. Bei Twitter sprach er davon, die Israel-Lobby habe zugeschlagen. Hofft da einer schon auf die nächsten Schlagzeilen?

Siehe auch: “Israel-Kritik”: Wenn NPD-Positionen nicht auffallen

19 thoughts on “„Jüdischer Terrorstaat“: NPD-Apfel provoziert Rauswurf

  1. „Jüdischer Terrorstaat“ und „blühende Holocaust-Industrie“ sollte doch locker für eine Verurteilung wegen Volksverhetzung reichen, oder?

    Ich finde es übrigens etwas geschmacklos, ein Youtube-Video von einem Naziuser auf Youtube zu verlinken…

  2. Ja und was sagt und macht die LINKE zum Thema?
    Es ist wirklich so, dass Junge Welt, ND und Nationalzeitung anscheindend voneinander abschreiben könnnen.

  3. Ich finde es nicht schlimm, ein Video von einem Internet-Nazi zu zeigen, denn es ist das rein inhaltich für das Video gar nicht relevant.
    Die Dokumentation der Rede Vorrang vor der Ideologie des Anbieters.

    Wenn Endtstation-rechts genau dasselbe zeigen würde, was wäre dann besser?

  4. @ww Find ich auch. Das Thema dieser Seite sind, wenn man so will, eben „Geschmacklosigkeiten“. Und das ist noch „leicht“ untertrieben…

  5. Es ist schon einigermaßen seltsam, da äußern sich Leute hier völlig zu Recht gegen die braunen Mordbrenner und singen auf der anderen Seite Loblieder für einen Staat, der nachweislich durch Terror (Haganah, Irgung, Stern usw.) entstand und seitdem die rechtmäßigen Einwohner des Landes unterdrückt, vertreibt und deren Land annektiert. Wirklich sehr objektiv !

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