DVU-Bundesvorstand Weidenbach tritt zurück

An der DVU-Spitze wird es einsam: der stellvertretende Bundesvorsitzende der rechtsextremen Partei, Hans Weidenbach, hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt von allen Parteiämtern erklärt. Zwar gibt er gesundheitliche Gründe an, aus seinem Schreiben an die verbliebenen Mitglieder des Bundesvorstands klingt aber etwas anderes: tiefste Enttäuschung über die Partei selbst.

Von Stefan Schölermann NDR Info

dvu
Die DVU steht ramponiert da (Quelle: Indymedia)

So schreibt das DVU-Gründungsmitglied, von einer „den Kampf um die deutsche Sache schädigenden Lager-Entwicklung“ und spricht von einer parteiinternenen Situation, „die ich bis zum Feburar 2009 nicht für möglich gehalten hätte“.

Im Stom der Krokodilstränen des Ex-DVU-Bundesvorständlers Weidenbach wird zugleich auch die politische Spitze des einstigen DVU-Vorzeige-Landesverbandes Bremen fortgeschwemmt: Weidenbach war auch hier bis gestern Frontmann.

Tatsächlich dürfte aber nicht allein die parteiinterne Schlammschlacht Weidenbachs Rückzug bewirkt haben, sondern die immer prekärer werdende Finanzlage der Partei. Nach dem im Juni vorgelegten Rechenschaftsbericht ist die Partei nämlich in absehbarer Zeit so gut wie pleite, obwohl der weit überwiegende Teil der Einnahmen aus der Parteienfinanzierung stammt.

Kein Wunder, dass es bei der NPD nach den groß angekündigten „nationalen Vereinigungsplänen“ mittlerweile stiller geworden ist. Schließlich ist steht die DVU bei ihrem Gründer, Gerhard Frey, zu allem Überfluß mit rund 900.000 Euro in der Kreide. Sofern die vier Grundrechenarten bei allen Parteimitgliedern vorausgesetzt werden können, dürfte auch dem schlichtesten NPD-Anhänger mittlerweile dämmern, dass die „Fusion“ auch in finanzieller Hinsicht ein Schlag ins Kontor werden dürfte.

Siehe auch: Vereinigung von NPD und DVU schon gescheitert?

5 thoughts on “DVU-Bundesvorstand Weidenbach tritt zurück

  1. „Sofern die vier Grundrechenarten bei allen Parteimitgliedern vorausgesetzt werden können, dürfte auch dem schlichtesten NPD-Anhänger mittlerweile dämmern, dass die „Fusion“ auch in finanzieller Hinsicht ein Schlag ins Kontor werden dürfte.“

    Hat man das NPD-Wirtschaftsprogramm einmal gelesen, darft man das bezweifeln. Sollten die Nazis ihre Drohung einmal wahr machen und Volksverräter bestrafen, dann dürften diesmal dessen Verfasser wohl als erste an einer Wand stehen.

Comments are closed.