Vereinigung von NPD und DVU schon gescheitert?

Die am Wochenende medienwirksam angekündigte „Vereinigung“ der rechtsextremen DVU und NPD ist möglicherweise das Papier nicht wert, auf dem sie steht: Nach Informationen von NDR Info wurde dem Vorsitzenden der DVU, Matthias Faust, die Mitgliedschaft in der DVU mit sofortiger Wirkung aberkannt. Das besagt ein Schreiben des DVU-Schiedsgerichts, das NDR Info vorliegt. In diesem Schreiben wird festgestellt, dass es „Herrn Faust mit sofortiger Wirkung verwehrt ist, als Parteivorsitzender der DVU aufzutreten.“

Von Stefan Schölermann NDR Info

Zugleich heißt es in dem Papier, dass Faust für die beim NPD-Parteitag in Bamberg angekündigte „Verschmelzung von DVU und NPD“ kein entsprechendes Mandat des Parteivorstandes gehabt habe. „Das ist geeignet, der DVU Schaden zuzufügen“, formuliert die Vorsitzende des DVU-Schiedsgerichts, Renate Köhler aus Westerland. Das Schreiben ist auf einem offiziellen Briefbogen der DVU verfasst und trägt die Unterschrift von Renate Köhler. Es trägt das Datum vom 8. Juni 2010.

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Hatte Matthias Faust (re.) gar kein Mandat für die große Vereinigungsshow beim NPD-Parteitag?

Faust habe mehrfach gegen Satzungsgrundsätze der Partei verstoßen, heißt es in dem Schreiben, mit dem die Mitgliedschaft des DVU-Bundesvorsitzenden für erloschen erklärt wird. Dabei geht es ebenso um die persönlichen finanziellen Verhältnisse des DVU-Chefs Faust, wie um einen Kredit, den er sich von dem aktiven Rechtsextremisten Christian Worch für die DVU habe gewähren lassen. Augrund dieser Entscheidung ist es Herrn Faust mit sofortiger Wirkung verwehrt „auch nur als Mitglied der DVU aufzutreten“, heiß es in dem Schreiben. Faust könne gegen diese Entscheidung Beschwerde einlegen.

Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Offenkundig wird sich die NPD aber nach einem anderen Partner für die „Vereinigung zu einer starken nationalen Kraft“ umsehen müssen.

Reps und PRO fallen dabei allerdings weg, diese vereinbarten eine verstärkte Kooperation, legten allerdings Wert darauf, nichts mit der NPD zu tun haben zu wollen.

*Nachtrag: Faust hat gegenüber NDR Info mittlerweile rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts angekündigt. Die Schlammschlacht geht also weiter…

Siehe auch: NPD-Strategieparteitag: Von Verrätern, Volksverrätern und Hartz-IV-Abtreibungen, Schlammschlacht statt Vereinigungsshow, Schrecken ohne Ende: Worch verklagt die DVU, “Wilde Sau” bei der DVU: Aufstand gegen Faust

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