Dokumentation: Mail-Verkehr mit der NPD

Einmal mehr will die NPD die Öffentlichkeit von ihrem Strategieparteitag ausschließen. So liegt ein Antrag vor, nachdem alle Medienvertreter ausgeschlossen werden sollen. Doch schon im Vorfeld wurde unliebsamen Journalisten eine Akkreditierung für das Treffen verweigert. Im Folgenden wird eine entsprechende Anfrage von Patrick Gensing, der für tagesschau.de arbeitet und NPD-BLOG.INFO betreibt, dokumentiert.

Sehr geehrter Herr Beier,
zwei Fragen zum anstehenden Bundesparteitag hätte ich:

1. Akkreditierung: Gehöre ich seit dem Artikel in der DS auch zu den
unerwünschten Personen oder kann ich mich akkreditieren lassen?
2. anderes Thema

Danke und freundliche Grüße
Patrick Gensing

Hier die Antwort des NPD-Bundespressesprechers:

Sehr geehrter Herr Gensing,

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Klaus Beier (re.), Bundespressesprecher der NPD (Foto: K. Budler)

Sie möchten sich für den kommenden Programmparteitag (04. und 05. Juni 2010)
der NPD in Bamberg akkreditieren. Leider gehören Sie zu der Sorte
„Journalisten“, die im Umgang mit der NPD bzw. der nationalen Opposition
notorisch den presserechtlichen Pflichten zuwider handeln und die
journalistischen Sorgfaltspflichten chronisch mißachten. Ich verweise in
diesem Zusammenhang u.a. auf den Artikel bezüglich Ihrer Person unter der
Rubrik „Am linken Rand“ in der Deutschen Stimme ( Ausgabe Juni 2010).

Eine Akkreditierung ist unter diesen Umständen leider nicht vertretbar.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Klaus Beier
NPD-Bundespressesprecher
Berlin, den 01.06.2010
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
Parteivorstand, Bundesgeschäftsführung, Pressestelle
presse@npd.de
[…]

Und hier die Antwort auf diese Nachricht:

Sehr geehrter Herr Beier,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ihr Verweis auf den Artikel in der Deutschen Stimme über mich ist höchst erstaunlich, denn dort heißt es:

„Was aus der Feder von Gensing kommt, wird gewöhnlich mit weniger Schaum vor dem Mund dargereicht als die Ergüsse vieler seiner Kolleg(inn)en, er achtet bei Tatsachenbehauptungen auch mehr auf Belegbarkeit. […] Im Gegensatz zu anderen redet er auch schon mal mit dem Feind…“

Von „notorisch den presserechtlichen Pflichten zuwider handeln und die journalistischen Sorgfaltspflichten chronisch mißachten“ ist dort nichts zu lesen. „Blasierte Selbstdarsteller“ sollten zu einem NPD-Parteitag aber schon Zutritt haben dürfen, oder?

Ich bitte Sie daher zeitnah um eine nachvollziehbare Erklärung, warum Sie mich nicht für den Parteitag akkreditieren wollen – besonders, da sich die NPD immer wieder auf eine sehr weit gefasste Defintion von Meinungsfreiheit beruft.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Patrick Gensing

Eine Antwort steht bislang, Stand 02. Juni, 12:15 Uhr, noch aus.

Siehe auch: NPD-Chef Voigt und die “üble Knolle Ginseng”

Alle Meldungen zum NPD-Bundesparteitag 2010.

5 thoughts on “Dokumentation: Mail-Verkehr mit der NPD

  1. Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
    Aber eigentlich ist mir dieses heuchlerische Verhalten der NPD ueberhaupt keine Gemuetsregung wert und ich freue mich nur ein bisschen ueber die anhaltende Vorhersehbarkeit des Verhaltens der organisierten Rechten.

  2. Liebe Journalisten, Lieber Fotographen. Ich als Joeurnalist aus Russland, wurde troz Presseverbot an Bundesparteitag zu gelassen.
    Wenn hier in deutschland es wird nur irgendwelche Kritik über NPD praktiziert, dann machen SIe bitte keine grosse gedanekn dafür, das Sie nicht zugelassen wurden . Besonders SIE.Hr Gensing. Es gibt viele Gründne damit genau Sie nahc Russland zum Parteitag von Einiges RUSSLAND PARTEI nicht zu lassen.
    Sie sind zu spitziug und zu Links erzogen damit danach über Partei irgendwelche Salat und Schman zu schreiben.

  3. Hm, das mit Russland ist doch nur eine Ausrede, weil du deine eigene Sprache nicht beherrschst, oder? Als echter Russe haettest du Herrn Gensing doch darauf hingewiesen, wie dort mit Anti-Faschisten umgegangen wird. Brauchst du aber nicht, wir wissen was fuer eine Moerderbande ihr seid.

    Und falls sie wirklich Russe sind, dann sollten sie sich mal Gedanken darueber machen, was ihrem Land bluehen wuerde, wenn diese NS-Fetischisten hier das sagen haetten. Googeln sie doch mal „Unternehmen Barbarossa“.

    Nichtsdestotrotz, wir haben hier noch eine freie und kritische Presse. Die gluecklicherweise sogar berichten darf, was immer sie will (natuerlich im Rahmen der belegbaren Tatsachen) und dies auch als ihre Aufgabe ansieht.

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