Denkmal für Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann wird eingeweiht

Die Nationalsozialisten feierten am 30. Januar 1933 den Tag der nationalen Erhebung. Adolf Hitler wurde als Reichkanzler vereidigt. Nur fünf Monate später gewann am 9. Juni der Boxer Johann Trollmann in Berlin die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Tage später wurde ihm jedoch der Meistertitel wieder aberkannt, denn Trollmann war ein Sinto und passte nicht in das rassistische Weltbild der Nazis. Sie werteten seinen Boxstil als „zigeunerhaftes Herumflitzen“ und „undeutsch“ ab und verschleppten Trollmann 1938 in das Arbeitslager Hannover-Ahlem. 1944 wurde er im KZ Neuengamme ermordet.

Damit seine Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma aufgearbeitet wird, unterstützt die Amadeu Antonio Stiftung ein Projekt zu Trollmanns Gedenken. Die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert erinnern mit einem temporären Denkmal im Viktoriapark in Kreuzberg an den Kampf vom 9. Juni 1933 und an die Geschichte Johann Trollmanns. Eingeweiht wird es am 9. Juni ab 18 Uhr. Bis Mitte Juli informiert ein Begleitprogramm über Trollmann und über den Völkermord an den Sinti und Roma.

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Das komplette Programm: www.trollmann.info