Anklam: 34% halten die NPD für eine normale Partei

Laut einer Studie halten 34 Prozent der Einwohner Anklams die NPD für eine normale Partei. Zudem stimmten 17,5 Prozent der befragten Anklamer der Aussage zu, die NPD helfe, Probleme vor Ort zu lösen. Auch die Einstellung zu Minderheiten sei auffällig, zitiert der NDR aus der Studie. Mehr als die Hälfte der Befragten meint, in Anklam lebten zu viele Ausländer. Die Studie beziffert den Ausländeranteil in Anklam auf rund ein Prozent. Ergebnisse der Untersuchung waren bereits im vergangenen Jahr bekannt geworden, die Resultate zu Anklam wurden aber zunächst nicht offiziell vorgestellt.

anklam

Der Wissenschaftler Dierk Borstel wies im NDR auf die ökonomischen Ursachen hin. Der wiedergewählte Bürgermeister Michael Galander sieht in der Studie eine Chance, wieder in den Dialog mit den Bürgern einzusteigen, auch zu denen, die sich benachteiligt fühlten. Die Stadt habe dann eine Chance, diese Menschen für die Demokratie und für das Engagement gegen Rechtsextremismus zu gewinnen. Wegen der Arbeitslosigkeit haben der Studie zufolge deutlich mehr Menschen das Gefühl aus der Gesellschaft herauszufallen und ausgegrenzt zu sein. Die Analyse in Anklam gehört zu einer Gesamtstudie, in der fünf weitere Städte und Gemeinden in Ostdeutschland untersucht worden waren, darunter auch Wernigerode und Neubrandenburg.

In Anklam hatte die NPD die NPD bei der Wiederholung der Kommunalwahl am 27. September 2009 die SPD überholt. So erzielte die NPD mit ihrem Landtagsabgeordneten Andrejewski 7,4 Prozent und erhielt damit 0,1 % Prozent mehr als die SPD. Ostvorpommern gilt als eine der Hochburgen der NPD. Der Experte Günther Hoffmann betonte im Interview mit tagesschau.de, die NPD verfüge in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns über Ressourcen, von denen demokratische Parteien nur träumen könnten.

Siehe auch: “Die Grenze” zwischen Fiktion und Wirklichkeit, “Nationale Graswurzelarbeit”

11 thoughts on “Anklam: 34% halten die NPD für eine normale Partei

Comments are closed.