NPD-Pleite in NRW: Schuld sind die Medien

Udo Voigt
Udo Voigt (Foto: Hans Mecon)

Nach der erneuten Pleite der NPD bei einer Landtagswahl hat Parteichef Udo Voigt die Medien für das schwache Abschneiden der extrem rechten Parteien verantwortlich gemacht. Voigt stellt zwar treffend fest, auch „der erdrutschartige Verlust der CDU hat sich nicht auf der Haben-Seite“ der extrem rechten Parteien „bemerkbar gemacht“, und er notiert auch, „daß die Entwicklung der letzten Jahre für ALLE Patrioten sehr bescheiden ist“. Er fordert auch, dass sich alle hinterfragen müssten, „warum es trotz einer dramatischen politischen Großwetterlage nicht wirklich vorwärts geht“.

Damit endet aber auch die Selbstkritik, denn sonst müsste Voigt einräumen, dass die Ideologie der NPD schlicht und ergreifend auf den Müllhaufen der Geschichte gehört – bzw. dort bereits liegt. Der NPD-Chef wäre aber nicht NPD-Chef, wenn er nicht einen Schuldigen für die Pleite präsentieren könnte. Und das geht so:

Würde unsere Partei in den Medien genauso vorteilhaft behandelt, wie die umbenannte SED – die Linkspartei – wäre ein Erfolg der NPD garantiert.

Erneut zeigt die NPD also, wie es um ihren Realitätssinn bestellt ist. Denn den großen deutschen Medien zu attestieren, sie berichteten sonderlich vorteilhaft über die Linkspartei – das ist schon eine recht eigenwillige Analyse.

Voigt kann es egal sein, er will stattdessen „selbstkritisch den einen oder anderen Fehler bei uns suchen und finden“. Aber im Prinzip könne man sich das offenbar auch schenken, denn – so Voigt weiter: „An der Großwetterlage ändern wird dies auch nichts.“

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Aufgeben will er dennoch nicht, er verbreitet weiter Durchhalteparolen, fordert eine vereinigte Rechte und kündigt an, man werde den „Kampf um den Wähler“ weiterführen. Dieser sei nur zu gewinnen, „wenn wir ihn unermüdlich und klug weiter führen“.

Auf parlamentarischer Ebene ist von der NPD also im Westen auch weiterhin nichts zu befürchten. Auch die Aneignung des Thema Islam für den Wahlkampf in NRW bescherte ein 0,x % Ergebnis.

Siehe auch: Landtagswahl in NRW: Die nächste Pleite für die NPD

4 thoughts on “NPD-Pleite in NRW: Schuld sind die Medien

  1. Man kann ja durchaus attestieren, daß die Berichterstattung über die NPD sehr monoton ausfällt. Allerdings würde sich ja daraus wiederum die Frage ergeben, welchen Anteil die Partei dazu selbst leistet; eine Frage, die Voigt ja nicht stellt.

    Anderes Thema, daher gekürzt

  2. Es ist schon ein mulmiges Gefühl, daß man die NPD in verschiedenen Landtagen weiß, wo sie ihren menschenverachentenden Müll ablassen können. Selbst auf Kommunalebene schaffen sie es, die Rathaüser einzunehmen. Ich verstehe nicht, daß sich erwachsene Menschen dafür hergeben, dennen ihre Stimme zu geben. Gottseidank aber, daß man es seitens der Rechten geschafft, sich sinnlos zu verschulden. Zumal müssen sie der Familie von Herrn Rieger, einst „RA“ von ihnen, alle Kredite zurück zu zahlen. Wenn das geld fehlt bei dieser Partei, hätte sich so einiges schnell von selbst erledigt. Ein Verbot würde nichts bringen, obwohl ich es auch begrüße, aber dann geht man eben in einer andere Organisation. Man müßte braune Gedanken verbieten können. Eines aber ist und bleibt sicher, diese Partei ist mehr als menschenverachtend, wie ihr Vorläufer, NSDAP

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