Facebook: NPD mobilisiert Hunderttausende

Logo der Seite "Kein Facebook für Nazis"
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Die Seite „Kein Facebook für Nazis“ hat innerhalb von vier Tagen fast 115.000 Anhänger gewonnen. Die NPD, gegen die sich „Kein Facebook für Nazis“ vornehmlich richtet, hat dagegen in dem sozialen Netzwerk bislang 1179 Personen erreicht, denen die Neonazi-Seite gefällt. Allein diese Zahlen zeigen eindrücklich: Die Unterwanderung von sozialen Netzwerken durch die Partei ist nichts anderes als heiße Luft, die dank des Verfassungsschutzes in die Medien getrieben und von dort in die weite Welt gepustet wurde.

Facebook versteckt sich laut Spiegel derweil hinter der Begründung, man lösche nur verbotene Inhalte. Dass es auch anders geht, zeigt die Facebook-Konkurrenz aus Deutschland. Bei den VZ-Netzwerken will man Rechtsextremisten keine Plattform bieten. „Rechtsextreme oder extremistische Inhalte und Profile sind bei uns verboten. Dazu zählt bei uns auch die NPD“, sagt eine Sprecherin der VZ-Netzwerke gegenüber Spiegel-Online. Man gehe jedem Hinweis nach und lösche gegebenenfalls Gruppen und Profile.

„Adolf Hitler in Bilddokumenten seiner Zeit“

Endstufe bei Amazon
Endstufe bei Amazon

Ähnlich einfach wie Facebook macht es sich Amazon. Auch dort kann jeder Nazi seine menschenfeindliche Propaganda einkaufen – gerade so wie es der Hass beliebt. Ob Skrewdriver-Downloads als MP3, Nazi-Klamotten oder sogar indizierte Bücher über den „Führer“ – wie beispielsweise „Adolf Hitler in Bilddokumenten seiner Zeit“, den es bei Amazon ganz problemlos zu bestellen gibt.

Hier kann sich Amazon also nicht mehr hinter der Position verschanzen, man tue nichts Verbotenes. Denn dieses Werk und weitere nationalsozialistische Propaganda, die es über Amazon gibt, stand bereits 1998 auf dem Verzeichnis indizierter sowie beschlagnahmter und eingezogener Bücher und Broschüren.

Partnerprogramm beendet

Amazon hatte nach Informationen von NPD-BLOG.INFO zumindest das Partnerprogramm mit der neonazistischen NPD beendet. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass Amazon die am Vortag angekündigte Überprüfung der “Netztagebuch-Website” abgeschlossen habe. Amazon habe sich entschieden, “dass die Website nicht den Teilnahmenbedingungen unseres Partnerprogramms entspricht”. Das Unternehmen habe den Websitebetreibern, es handelt sich dabei um NPDler aus Brandenburg, über die Entscheidung informiert. Das Unternehmen war zuvor in die Schlagzeilen geraten, da es die NPD in sein sogenanntes Partnerprogramm aufgenommen hatte. Die klamme NPD konnte so Provisionen für verkaufte Bücher kassieren. Politiker forderten, die Kooperation aufzukündigen. NPD-BLOG.INFO hatte ebenfalls das Partnerprogramm von der Seite genommen.

Mehr zum Thema: Revolution im Web: Hier kommen die Nazis 2.0, Amazon beendet Partnerprogramm mit der NPD

20 thoughts on “Facebook: NPD mobilisiert Hunderttausende

  1. „Was kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?“

    Man kann „Amazon“ nicht vorwerfen Geld verdienen zu wollen, aber man kann ihnen vorwerfen, dass aus einem einstmals gut sortierten und anspruchsvollen Angebot eine X-Beliebigkeit geworden ist.

    Für „Amazon“ zeigt sich eben auch, dass letztendlich die Devise dominiert, dass Geld nicht stinkt… Adolf Hitler hin – Adolf Hitler her.
    Die Firma braucht sich nicht als „Sittenwächter“ zu fühlen, aber vielleicht gibt es so etwas wie ein gefestigtes Profil gegenüber der Kundschaft. – Man sollte nun nicht immer B sagen, nachdem man A gesagt hat …

    http://www.amazon.de/product-reviews/3898485242/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&showViewpoints=1

    http://www.amazon.de/Feuer-Frei-Endstufe/dp/B002APNF3M/ref=cm_cr_pr_sims_t

  2. Ich meine aber ganz entschieden, man darf die NPD nicht größer schreiben als sie ist.

    ————

    Volle Zustimmung.

    Für mich ist die NPD auch nicht die wirkliche, entscheidende Gefahr von rechts, sondern eben viel mehr die camoufliert auftretende Neue Rechte und ihr Umfeld. (ohne jetzt die NPD verharmlosen zu wollen, deren Verbot mehr als überfällig ist.)

    Denn hier erkennen viele – sogar Linke – nicht, wer wirklich dahinter steht, und was die wirklich wollen. Und so tragen die eben immer wieder ihre rechten Gedanken nicht nur in die Mitte, sondern sogar bis in die linke Seite der Gesellschaft, mit dem Ziel die kulturelle Hegemonie zu erringen.

    Wie kann jemand, der sich gegen Hartz IV einsetzt, ein Rechter sein? Hört man dann.

    Solidarische Grüße

    Bernd Merling

  3. Ist nur mir folgendes passiert?! Ich kanns mir nicht erklären, war gerade kurz auf der NPD-Seite um diese zu melden, ein paar Minuten später schreibt mich ein Freund an, warum um alles in der Welt mir die NPD-Seite gefällt. Ich klick auf mein Profil und tatsächlich: „… gefällt NPD – die soziale Heimatpartei“.
    Und das, obwohl ich beim besten willen nicht diesen beschissenen Button anklicken würde. Zum Glück war’s nur kurz, aber ich kann mir nicht erklären, wie es dazu kommt, für ein versehentliches anklicken ist die Schaltfläche doch viel zu klein?!? Hat mich sehr geschockt…

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