Razzia gegen NPD-Stukturen in McPomm

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am 10. Mai 2010 in Rostock, Neustrelitz und Grevesmühlen Räumlichkeiten der NPD sowie Wohnungen von Anhängern der rechten Szene durchsucht. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, sei von der Aktion auch das Bürgerbüro der NPD in Grevesmühlen betroffen gewesen. Dieses war erst Mitte April eröffnet worden. Das Grundstück, auf dem das Büro sich befindet, gehört dem NPD-Kreistagsabgeordneten Sven Krüger.

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Das "Thing"-Haus der NPD in Grevesmühlen. Foto: Otto Belina

Cornelia Neumann vom mobilen Beratungsteam Mecklenburg-Vorpommern hatte den LN zufolge jüngst berichtet, dass das Grevesmühlener Büro als Stützpunkt der rechten Szene in der Region ausgebaut werden solle. Seit der Eröffnung hatte es dort mehrere Aktivitäten auf dem durch Stacheldraht und einen hohen Zaun gesicherten Areal gegeben. Unter anderem hatten sich zahlreiche NPD-Anhänger am 20. April dort getroffen. Ähnliches hatten andere Experten beobachtet.

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Auf einer NPD-nahen Internet-Seite wurde zu den Razzien eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin heißt es, auch die Wohnung des NPD-Funktionärs David Petereit aus Rostock sei durchsucht worden. Der Neonazi „Marcus H. Grewe“ schreibt in dem Beitrag, bei Petereit seien fünf Rechner beschlagnahmt worden.

Die Ostseezeitung berichtet, das Verfahren richte sich gegen den Verfasser eines Artikels auf der oben erwähnten Neonazi-Seite, in dem zu Sachbeschädigungen aufgefordert worden sei, sowie den Betreiber des Internetportals, in dem der Beitrag erschien. NPD-Landesvize David Petereit war als Verantwortlicher der Seite registriert. Die Neonazis behaupten nun, es habe sich bei dem Artikel lediglich um Satire gehandelt.

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David Petereit beim NPD-Bundesparteitag 2009, dort bezeichnete er Journalisten als Geschmeiss. (Foto: Marek Peters)

In Mecklenburg-Vorpommern waren zuvor mehrere Bürgerbüros von SPD und Linkspartei angegriffen worden. Nach NDR-Angaben waren diese Angriffe auch der offizielle Grund für die Razzien. Nach Angaben der Staatswaltschaft Schwerin besteht der Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Es bestehe der Verdacht einer versteckten Aufforderung, Büros von Landtagsabgeordneten, politischen Parteien und Bürger- und Wahlkreisbüros aller Fraktionen mit Ausnahme der NPD aufzusuchen und Sachbeschädigung zu begehen. In dem Artikel seien auch die Büroadressen aller Landtagsabgeordneten veröffentlicht worden. Eben Satire von Rechts…

Siehe auch: “Heimattreue” Medienoffensive, Die Jungs fürs Grobe und das NPD-Thing-Haus

5 thoughts on “Razzia gegen NPD-Stukturen in McPomm

  1. Weiss gar nicht was ihr habt. Die Adressen sind doch eh alle öffentlich einsehbar.

  2. @ Martin:
    Deine Adresse steht sicher auch im Telefonbuch.
    Also kannst du sie doch auch problemlos hier veroeffentlichen, damit wir wissen, wo wir hinmuessen, falls wir dich „mal am Wochenende besuchen“ wollen, oder?

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