Pastörs tobt: „Skandalurteil wird kein Bestand haben!“

NPD-Funktionär Udo Pastörs will gegen seine Verurteilung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung Berufung einlegen. Der Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg sieht seine Hetzrede nach eigener Darstellung weiterhin vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt. Diese sei „in einer wirklichen Demokratie unverzichtbar“. Er halte es „für höchst skandalös, daß mich das Saarbrückener Amtgericht zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt hat“. Er habe seinen Verteidiger, den Ex-Republikaner Björn Clemens, „angewiesen, unverzüglich Berufung gegen den Richterspruch einzulegen“. Es sei „absurd“, so Pastörs weiter, „mir vorzuwerfen, ich hätte im Rahmen der Finanzkrise Hass geschürt und zu Unruhen aufgerufen“.

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Pastörs hatte in seiner Rede gesagt:

“Wenn wir einen Schulterschluss haben, dann sind wir auch wieder in der Lage, anzugreifen dieses System! Auf der Straße – und in den Parlamenten! […] Wir müssen Licht anmachen, damit man uns sehen kann. Aber: Es ist oft ratsam, dass man bevor man den Lichtschalter umlegt, sehr gut überlegt, ob die Zeit denn schon reif ist, um das Licht anzuschalten Und ich habe den Eindruck, dass wir doch hier und da, das ein oder andere Mal den Lichtschalter zu früh betätigt haben und ein anderes Mal zu spät. […] Auch wer zu früh kommt, den bestraft das Leben. Und daher braucht eine so kleine Kampftruppe, so wie wir es sind, Punktlandungen! Und dafür müssen wir arbeiten, kämpfen und notfalls auch bluten. Angriff heißt die Parole! Nicht blind agieren.”

Allerdings zweifelt Pastörs offenbar selbst an der Wirkung seiner Rede, denn er stellt nun fest:

Weder im Saarland noch in Mecklenburg-Vorpommern kam es nach meiner Rede zu Unruhen.

Der NPD-Funktionär betonte, er sei nicht bereit, sich „einen Maulkorb anlegen zu lassen“. Er werde auch in Zukunft „die Tatsachen ungeschminkt benennen“. Offenbar reicht Pastörs die Bewährungsstrafe noch nicht aus.

Grande Dame des Verrats, des Betrugs, des Hochverrats

Eine weitere Kostprobe seines Gedankenguts gab Pastörs bereits am 01. Mai 2009, als er bekannte Politiker beleidigte. Kostproben:

“Nicht nur in Mexiko grassiert die Schweinepest [Gelächter, mäßiger Applaus], sondern die intellektuelle Schweinepest grassiert auch in den Hochschulen ebenso wie gar nicht weit von hier, unter Vorsitz von Andrea Merkel, in der Knesset an der Spree.” [„Angelika“ aus dem Publikum]. […]

Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern – und nun mache ich den Bezug auf das Bundesland – sitzen in allen Parteien in führenden Funktionen ehemalige SED-Bonzen. An der Spitze der Kamarilla die Bundeskanzlerin Miss Germany, Vorsitzende oder leitende Funktion in der FDJ für Agitprop – für Agitation und Propaganda -, stramm kommunistisch von West nach Ost mit ihrem Vater, der ein Pfaffe ist, über die Mauer gekrochen, um ins Arbeiterparadies zu gelangen und dann gewandelt als heilige Jungfrau der gesamtdeutschen Lösung wiederauferstanden in den Reihen der Christen und Demokraten. Und diese Grande Dame des Verrats, des Betrugs, des Hochverrats, versucht jetzt das deutsche Volk zu besänftigen, in dem sie Signale nach Mecklenburg und Vorpommern sendet.”

Über den damaligen Bundesinnenminister Schäuble sagte Pastörs:

“Tausende werden in diesem Land politisch verfolgt. Hunderte sitzen in den Gefängnissen. Auch ich persönlich habe schon das Vergnügen gehabt dort zu Besuch zu sein. Mich hält aber dieses Unnatürliche, diese Drohkulisse und dieses Unterdrücken vom Mielke aus Berlin, der ja neuerdings auch immer im Rollstuhl unterwegs sein soll, wenn sie wissen wen ich meine […]“

Und Pastörs “Analyse” der politischen Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern geht so:

“[…] das sind die offiziellen Zahlen der Gaunerkoalition in Schwerin. Und da haben wir allen Konstellationen durch. Die Kommunisten der PDS mit den Kommunisten der CDU. Dann haben wir sie gehabt, die sozialdemokrötischen Kommunisten und verkappten Sozis mit den vorgeblich linken Exkommunisten der DDR, und im Moment haben sich ganz lieb die Christdemokraten mit dem Sozialdemokraten” [Gelächter] […] Wir erleben im Moment die Herrschaft der Minderwertigen.”

Dokumentation der Pastörs-Rede: “Das System angreifen – im Parlament und auf der Straße”

7 thoughts on “Pastörs tobt: „Skandalurteil wird kein Bestand haben!“

  1. Es ist schon wirklich heftig, was der Herr so dort von sich gibt, die Bezeichnung politischer Brandstifter ist fast noch harmlos. Ich bin gespannt, wie es um das Urteil steht. Seine Äußerungen sind teilweise pure Beschimpfungen. Welchen Wähler soll das anziehen? Hoffen wir, dass die NPD morgen ein schwaches Ergebnis in NRW erzielt!

  2. Hat nun der RA Clemens vor zwei Jahren seine Rede (in Dresden) VOR oder NACH Pastörs gehalten…? *nochmal grübel & CD einleg`*

    Während Pastörs hetzte (ebenso in manischer Freisler-Manier wie zum Aschermittwoch), brüllte der NS-Mob damals „Tod den Juden!“ (deutlich vernehmbar für die anwesende Polizei); vorher heizte B. Clemens den Mob mit seinen Hasstiraden über, Zitat: „…dreckige Ausländer“ auf und beendete seine Rede mit der Goebbels-Parole: „Unsere Mauern können brechen, unsere Herzen nicht!“ – In „bester“ Adolf Hitler-Manier fügte der Anwalt noch ein zynisches „Amen!“ hinzu.

    Die Düsseldorfer Rechtsanwaltskammer des Herrn Clemens sieht dies aber – auf Anfrage zu Clemens` Mißbrauch seines Berufes – nicht so eng. *lol* 😉

    Auch dass Herr Clemens der treibende RA ist, der mit NPD-Schöffen versucht die sächsische Justiz zu unterwandern, ist wohl halb so schlimm, ganz davon zu schweigen, dass der Herr Anwalt beste ***-Kontakte zum sog. „Deutschherrenklub“ unterhält, bzw. unterhielt.

    Der Pastörs-Freund Clemens ist eben lediglich einer dieser „Freizeit“-Nazis und „Hobby“-NS-Heiden, die selbstverständlich niemals ihren Beruf des „freien Advokaten“ zum Erreichen verfassungswidriger Ziele instrumentalisieren würden: weder als „Verteidiger“ im Fall „Perplex“, geschweige als Hausjurist für „Volk in Bewegung“, und schon gar nicht als „Leibanwalt“ des neuen Freisler-Hysteriker Pastörs.

    … Wenn das alles Leuti-Schnarri vom BMJ, sowie die Bundesrechtsanwaltskammer wüsste! 😉

    *Einige Tatsachenbehauptungen herausgenommen.

  3. Da fällt mir ja noch ein, dass der Clemens in Köln der „Kläger“ gegen die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die BPjM) war. – Damals musste auf Betreiben des Anwalts die BPjM ihre Indizierung von http://www.weltnetzladen.com aufheben.

    Aus irgendwelchen, bis heute nicht zu klärenden, Gründen, haben die Vertreter der BPjM damals wutschnaubend den Gerichtssaal verlassen.

    Anschließend bedankte sich dann die JN Baden-Württemberg bei ihrem Anwalt Clemens … ebenso diversen Versandläden und … öhm … der GfP:

    http://www.weltnetzladen.com/02b7ec997c0c14a09/index.html

    Der gelobhudelte SS-Schweiger war übrigens gerngesehener Gast bei der „JLO“, jener „JLO“, der der RA Clemens „vorsteht“ …

  4. Sofern Pastörs kein SCHRIFTLICHES Zitat der Form „[…] hat kein Bestand“ nachzuweisen ist, wäre korrekterweise der Akkusativ in der Überschrift zu verwenden („[…] hat keinEN Bestand“).
    Rechtschreibfehler sind i.d.R. zwar immer verzeihbar, in einer so kurzen Überschrift bieten sie allerdings ANgriffsfläche für Trolle. Bitte ausbessern und diesen meinen Komentar am besten nicht veröffentlichen :)
    Ist nur gut gemeint.

    „Kein Bestand“ steht auf der Seite der NPD

  5. Mehr Zitate von Pastörs:

    „Rudolf Heß war ein absoluter Idealist. Er ist für mich vergleichbar nach meiner Auffassung mit Gandhi.“

    (über Adolf Hitler):
    „Er ist ja ein Phänomen gewesen dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch – er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten … Ich bewerte das jetzt nicht, ich stelle das nur fest.“

    „Europa der Vaterländer, das nichts anderes sein kann als der Kulturraum weißer Menschen. Reihen Sie sich ein bei uns und ich verspreche Ihnen, in fünf, zehn oder 15 Jahren machen wir uns wieder frei von diesem Gaunerstaat.“

    „Lasst uns diese ganze verfaulte Republik unterwühlen. Lasst sie uns unterwühlen. Und es ist heute schon ungleich viel einfacher, und wir haben ja schon auch den ein oder anderen politischen Tunnel gegraben, um dieses Konstrukt der Siegermächte zum Einsturz zu bringen.“

    „Und dann, da können wir sicher sein, dann steht das Volk auch hinter dieser Armee, die dann wieder Wehrmacht heißen soll, nicht Bundeswehr, sondern deutsche Wehrmacht, damit auch jeder weiß, wofür sie eingesetzt werden soll, nämlich für den Schutz unseres Heimatlandes…“

    „Ich bin kein großer Freund des Parlamentarismus. Aber das macht man so, das man da reingeht und provoziert mit Präzision. Dann werden Sie sehen, wie diese ganzen Viren, diese Parasiten wach werden; dann sehen Sie, dass die Axt kommt, dass man das bis auf das Gesunde herausseziert.“

    Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern nannte SPD-Fraktionschef Nieszery Hitlers Ziele: 1. Die Vormachtstellung der sogenannten „arischen Rasse“ sichern. 2. Lebensraum im Osten erobern. 3. Vernichtung des „jüdischen Bolschewismus“.“ Darauf entgegnete Pastörs nach Angaben von Ohrenzeugen: „Das war doch eine gute Idee, das letzte.“

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