NPD will mal wieder ein Hotel kaufen

Die NPD Aachen ist nach eigenen Angaben an einem Hotel interessiert. Das Projekt solle nun „den Landesverbänden vorgestellt um die Finanzierung zu sichern!“, verkündet die Partei in der Endphase des Wahlkampfs in NRW. Ob die NPD allerdings tatsächlich 900.000 Euro aufbringen kann und in der Lage wäre, ein Hotel mit Restaurant zu betreiben, darf getrost bezweifelt werden.

Das Hotel liegt einem Bericht der Aachener Zeitung zufolge mitten in der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Das Drei-Sterne-Hotel sei „sehr gut für ein NPD-Schulungszentrum“ geeignet, meint die NPD. Die Kaufverhandlungen sollen angeblich bereits seit Mitte April laufen.

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Die NPD will angeblich mal wieder ein Hotel kaufen…

Die Details sehen laut NPD so aus:

* 3-Sterne-Hotel zentral gelegen und nur 150m bis zum Hauptbahnhof
* seit 70 Jahren in Familienbesitz
* Hotel und Restaurant sind hochwertig ausgestattet
* Im Restaurant ca. 60 Sitzplätze
* Im Hofgarten ca. 30 Sitzplätze
* Hotel mit 19 Hotelzimmern mit DU/Bad/WC/Fön/Kabel-TV/Radio etc.
* Rezeption mit ISDN-Telefonanlage/elektr. Buchungssystem etc.

Die Aachener Zeitung schreibt zu dem angeblichen Interesse der NPD:

Weder die Aachener NPD noch der jetzige Eigentümer des Hotels, der der AZ-Redaktion namentlich bekannt ist, waren am Mittwochabend für Stellungnahmen erreichbar. In ähnlich gelagerten Fällen in anderen Städten waren in der Vergangenheit Spekulationen über Hotelübernahmen durch die rechtsextreme NPD teils angeheizt worden, um den Preis der betroffenen Immobilie in die Höhe zu treiben.

Da auch die NPD-NRW finanziell nicht sonderlich auf Rosen gebettet ist, kann auch in diesem Fall von einem vorgetäuschten Interesse ausgegangen werden.

Der NPD-Funktionär Willi Kunkel, der den Immobilien-Deal angeblich angeschoben hat, war im November 2009 wegen schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt worden. Der NPDler hatte einen Passanten im Umfeld eines Infostandes in Düren an den Kopf geschlagen.

Mehr zu dem angeblichen Kaufinteresse der NPD mit Hinweis auf NPD-BLOG.INFO in den Aachener Nachrichten.

Siehe auch: Die Immobilienmasche zieht nicht mehr

5 thoughts on “NPD will mal wieder ein Hotel kaufen

  1. Es ist schon lächerlich, daß die NPD den Namen des Hotels nicht auf ihrer Homepage angibt. Dem kann aber abgeholfen werden, Wenn man über GOOGLE Earth sämtliche Hotels in der Nähe des Hauptbahnhofes heraussucht, deren Internetseiten ausfindig macht und dann nach Fotos sucht. Es handelt sich nämlich um das am Marschiertor gelegene „Hotel Hesse“. Hier ist ein Link mit Bildern, die identisch mit denen auf der NPD-Homepage sind: http://www.hotelhesse.de/Hotelhesse/bilder.html

    Hätte die NPD weniger plakativ gesagt was sie vorhat, wäre das Vorhaben vielleicht nicht so deutlich bekannt geworden. Andererseits: Vielleicht wollten sie das auch. Bildlich gesprochen: Einfach mal eine Falle auf einer Lichtung aufstellen und zusehen was sich tut.

    Sicherlich ist dem Eigentümer freigestellt, an wen er die Immobilie verkauft. Andererseits dürfte sich der Eigentümer wegen seiner Entscheidung des Verkaufes an die NPD aber auch in Diskussionen mit Bürgern, Stadt, demokratischen Politikern, etc. sehen.

    Außerdem ist Lage des Hotels ist für die NPD strategisch sehr ungünstig. Der nahegelegenene Hauptbahnhof wird nämlich sehr stark von ausländischen Reisenden besucht. Wenn sich weiterhin herumspricht, daß die rechte Szene sich in der Nähe des Hauptbahnhofes ein Schulungszentrum errichten will (denn genau dazu wurde diesen Hotel ausgesucht), möchte ich eine langfristige Nutzung dieses rechten Schulungszentrums bezweifeln.

    Des weiteren müssen auch noch verschiedene Investoren einspringen, um der NPD die Finanzierung zu sichen. Wenn die Finanzierung kippt, stehen nicht nur die Investoren auf verlorenen Posten.

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