NPD gibt Gut Rauen offenbar auf

Der jahrelange Streit um das von der NPD gemietete Gut Johannesberg in Rauen (Kreis Oder-Spree) geht zu Ende. Der Anwalt der rechtsextremen Partei hat nach Tagesspiegel-Informationen die Übergabe der Immobilie an die neuen Eigentümer angeboten. Am Freitag sollen die Schlüssel an die Rauener Zahnärztin Rosemarie Arenstedt und den Kölner Wirtschaftsprüfer Johannes Stelten übergeben werden. „Wir bekommen endlich die Verfügungsgewalt über unser Eigentum“, sagte Stelten dem Blatt zufolge.

Im Mai 2007 hatte die Frau des damaligen NPD-Funktionärs Andreas Molau das 20 Hektar große Anwesen für etwa 200 000 Euro gekauft – im Namen der ominösen schwedischen Firma Startplattan. Es gelang den Molaus aber nicht, den Eintrag im Grundbuch zu erreichen. Außerdem stornierte der bisherige Eigentümer, ein Rentner aus der Region, im August 2007 den Kaufvertrag. Dennoch tummelten sich Rechtsextremisten auf dem Gelände.

Die NPD hofft laut Tagesspiegel nun offenbar, ohne größere Kosten aus der Geschichte herauszukommen. Wie teuer das Abenteuer Rauen für die Partei noch wird, ist aber offen. Das Gut Johannesberg soll nun nach dem Willen der Eigentümer möglichst rasch für soziale Projekte genutzt werden. Arenstedt und Stelten sprechen schon lange mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk, das bereits mehrere Einrichtungen in Brandenburg betreibt. Außerdem will die Landesregierung Hilfestellung bei der Realisierung eines Projekts leisten.

Diskutiert wird beispielsweise über eine Einrichtung, die nach dem rechtsextremen Spuk im Gut Johannesberg genau dem Gegenteil verpflichtet wäre: der Betreuung von Jugendlichen, die davor bewahrt werden sollen, in die braune Szene abzurutschen.

Siehe auch: Brandenburg: NPD-Veranstaltungszentrum stillgelegt, NPD muss Gut Rauen räumen, Brandenburg: Widerstand gegen NPD-Schulungszentrum, Brandenburg: Molau muss NPD-”Landschulheim” räumen, Brandenburg: NPD pachtet Schulungszentrum

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