NPD vs „Pro NRW“ – Avanti dilettanti!

Im Wahlkampf zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen prügeln sich „Pro NRW“ und NPD weiter um das extrem rechte Wählerpotenzial und schlagen ordentlich auf sich ein. Nachdem die NPD öffentlich gemacht hat, dass der Solinger „Pro NRW“-Kandidat offenbar noch Mitgliedsbeiträge an die Neonazi-Partei überweist, kommt postwendend die Retourkutsche von „Pro NRW“. Die Partei thematisiert die angebliche Tätigkeit des Solinger NPD-Funktionärs Thorsten Crämer als V-Mann des Verfassungsschutzes.

„VS-Zuträger Thorsten Crämer organisiert Neonazikundgebung gegen pro NRW“ – schreibt „Pro NRW“ und will sich so von der NPD abgrenzen, bezeichnet sich selbst als eine „nonkonforme und rechtsdemokratische Bürgerbewegung“, die – ganz dem Opfermythos der extremen Rechten folgend – „seitens der verbrauchten Altparteien“ mit „bizarren“ Methoden bekämpft werde.

Was nun folgt, ist eine weitere schicke Verschwörungstheorie, so schreibt „Pro NRW“:

Nun werden offenbar Neonazikundgebungen regelrecht in Auftrag gegeben. Um pro NRW im Vorfeld der Landtagswahlen in der Bürgerschaft in Solingen zu diskreditieren, veranstalten Neonazis, möglicherweise vom Innenministerium bestellt, nahezu zeitgleich eine Plagiatveranstaltung. Den Medien soll mit dieser extremistischen Veranstaltung die gewünschten NS-Klischee-Bilder geliefert werden und pro NRW soll wider besseres Wissen in eine Ecke hinein gedrängt werden, in die die grundgesetzkonforme Bürgerbewegung nachweisbar nicht hinein gehört. Organisator des verfassungsfeindlichen NS-Aufmarsches in Solingen ist der VS-Provokateur Thorsten Crämer. Dieser war an einem Überfall auf die NS-Gedenkstätte in Kemna beteiligt. Der berufslose Extremist wurde bundesweit bekannt, als ihn der CDU-Bundestagsabgeordnete Bosbach als Zuträger des Verfassungsschutzes outete. Dies hinderte ihn nach seiner Haftentlassung aber nicht daran, im rechten Narrensaum „staatlich alimentiert“ Karriere zu machen. Folglich organisiert also ausgerechnet ein enttarnter V-Mann des Verfassungsschutzes, in wessen Auftrage auch immer, eine Plagiatveranstaltung mit dem Ziel pro NRW zu diskreditieren.

Die neuen Informationen über den „integeren Solinger pro-NRW-Landtagskandidaten“ Tobias Nass bezeichnet „Pro NRW“ als „durchsichtigen Versuch“, diesen zu „diskreditieren“. Zwar ist die Motivation hinter der NPD-Veröffentlichung in der Tat durchsichtig, allerdings verrät „Pro NRW“ nicht, ob die Informationen denn wohl möglicherweise zutreffend sind – und was das über „Pro NRW aussagt. Stattdessen erklärt der pro NRW-Vorsitzende Rechtsanwalt Markus Beisicht:

Was sich gegenwärtig in Nordrhein-Westfalen abspielt, gleicht einer Realsatire.

Und damit trifft er voll ins Schwarze. „Pro NRW“ und NPD beweisen einmal mehr, wie „politikfähig“ sie sind.  Sie halten alle anderen für korrupt und unfähig, wollen Deutschland, Europa und die ganze Welt retten, aber  tragen untereinander schon in Solingen dreckige Schlammschlachten aus. Avanti dilettanti!

Siehe auch: “Pro-NRW”-Kandidat zahlt offenbar Beiträge an die NPD

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