Wolfenbüttel: Ex-NPDler Molau legt Mandat nieder

Der ehemalige Hoffnungsträger der NPD, Andreas Molau, legt nach NDR-Informationen sein Mandat im Kreistag von Wolfenbüttel nieder. Molau war als NPDler in den Kreistag eingezogen, wechselte dann zur DVU – und nun hat er eine neue politische Heimat bei „pro-NRW“ gefunden. Der Sitz im Kreistag wird offenbar nicht nachbesetzt. Der braune Spuk ist damit zumindest hier vorbei – allerdings hatten sich Molaus Aktivitäten in dem Parlament ohnehin in Grenzen gehalten.

Von Stefan Schölermann, NDR Info

Die niedersächsische Kommunalwahl 2006 bescherte dem Landkreis Wolfenbüttel ein Problem: Weil insgesamt 2741 Wahlberechtigte der rechtsextremen NPD ihre Stimme gaben sitzt seitdem ein Vertreter der Rechtsextremisten im Kreistag. Doch dieser Spuk ist bald vorbei: Nach Informationen von NDR Info wird der rechtsextreme Politiker Andreas Molau (42) am Donnerstag, den 29. April 2010, sein Kreistagsmandat niederlegen.

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Zwar könnte die NPD theoretisch einen Nachrücker benennen – doch alle in Frage kommenden Personen der NPD- Liste sind nach Informationen von NDR Info mittlerweile aus der Partei ausgetreten. Damit wird der bisher von Rechtsextremisten besetzte Stuhl im Parlament des rund 125.000 Einwohner zählenden Landkreises in Zukunft wohl unbesetzt bleiben.

Molau selbst war im Dezember 2007 als Nachrücker für einen aus der Partei ausgeschiedenen Rechtsextremisten in den Kreistag gekommen. Gemerkt hat man dort ohnehin nicht viel von dem ehemaligen Waldorflehrer. In den Sitzungsprotokollen findet sich über ihn vor allem ein Vermerk: „Nicht anwesend“.

Voller Einsatz bei der DVU, doch die Resonanz ist überschaubar (Foto: Maik Baumgärtner)
Voller Einsatz bei der DVU, doch die Resonanz ist überschaubar (Foto: Maik Baumgärtner)

Molau war zwischenzeitlich von der NPD zur nicht minder rechtsextremen DVU gewechselt. Für sie hatte er zuletzt das Kreistagsmandat in Wolfenbüttel wahrgenommen. Doch vor einer Woche war Molau aus der DVU ausgetreten, nachdem er offenkundig bei der rechten Pro-Bewegung in Nordrhein-Westfalen eine neue politische Heimat gefunden hat.

Seinen Austritt aus der DVU begründet Molau mit deren „Annäherung an die NPD“: „Ich bin doch nicht aus der NPD ausgetreten, um mich ihr auf dem Umweg über die DVU durch die kalte Küche wieder anzunähern“, sagte der in Groß Denkte in der Nähe von Braunschweig lebende Polit-Rechtsaußen. Eine Konsequenz daraus sei die Rückgabe seines Kreistagsmandates. Über seine eigene politische Zukunft äußerte er sich zweideutig: “In welcher Weise ein politischer Neuanfang mit einer grundgesetztreuen Bürgerbewegung realisiert werden kann, wird sich zeigen“, schreibt er in seinem Brief an Kreisverwaltung. Plant der umtriebige Molau möglicherweise nun die Etablierung der rechten Pro- Bewegung in Ostniedersachsen?

Siehe auch: Schrecken ohne Ende: Worch verklagt die DVU, Taktischer Rückzug: DVU-SA verzichtet auf Kandidatur, Hohe Ziele, tiefer Fall – Gesamtrechts zerfällt, Kreistag Wolfenbüttel – Es fehlen: … Molau, Andreas

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