Schrecken ohne Ende: Worch verklagt die DVU

Die DVU hat am 17. April 2010 bei einer Bundesvorstandssitzung einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen den Neonazi Christian Worch gefasst. Worch war am selben Tag noch bei einer DVU-Veranstaltung als Redner aufgetreten. Den Unvereinbarkeitsbeschluss gab DVU-Chef Matthias Faust nach Angagen von Worch am 27. April in einem internen Forum der DVU bekannt. Demnach waren lediglich fünf Vorstandsmitgliedern von vierzehn anwesend, als der Beschluss einstimmig gefasst wurde. Laut Worch sind beim Bundeswahlleiter noch fünfzehn Vorstandsmitglieder registriert; der stellvertretende Bundesvorsitzende Dr. Thomas Mehnert sei jedoch bereits ausgetreten.

"Die Parteien sind der Systemfehler", meint DVU-Wahlkämpfer Worch. (Foto: Marek Peters)
Der Neonazi Christian Worch erhebt schwere Vorwürfe gegen DVU-Chef Matthias Faust (Foto: Marek Peters)

Grund für den Beschluss gegen Worch, der auch den Wahlkampf der DVU unterstützt hatte: Er habe „in den letzten Monaten DVU-Parteiinterna an verschiedene linke Journalisten weitergegeben“. Diese Journalisten hätten die vermeintlichen Interna „für Rundfunk- und Zeitungsberichte in parteischädigender Art und Weise“ genutzt. Daher sei „die Mitgliedschaft in der DVU unvereinbar mit einer parteipolitischen Zusammenarbeit mit Christian Worch“ – so der Beschluss.

Klage gegen die DVU erhoben

Worch weist die Vorwürfe weitestgehend zurück, da fast alle Informationen öffentlich zugänglich gewesen seien. Zudem wirft er Faust Feigheit vor, da dieser den Beschluss nicht öffentlich gemacht habe. Weiterhin warf er der DVU vor, nicht satzungsgemäß gehandelt zu haben. Der Vorstand habe den Vorsitzenden wegen einer Eidesstattliche Versicherung über seine Vermögensverhältnisse (= Offenbarungseid) nicht ausgeschlossen.

Wie bereits aus anderen Quellen kolportiert schuldet die DVU Worch offenbar noch Geld – und dieses will der Neonazi wiederhaben. So habe er einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirkt, weil die DVU „trotz mehrmaliger und dann nicht eingehaltener Zusage von Faust mir gegenüber mit einem fünfstelligen Euro-Betrag über Monate hinweg im Rückstand war und teils noch ist“. Daher habe Worchs Anwalt bereits förmliche Klage gegen die DVU erhoben.

Worch fordert Fausts Abwahl

Worch wirft Faust weiterhin vor, nicht mit Geld umgehen zu können, keine nennenswerten Aktionen durchgeführt zu haben und an seinem Posten zu kleben – wegen des Honorars, welches laut Worch monatlich 3.000 Euro plus Mehrwertsteuer ausmache. „Klar, daß er eine so lukrative Pfründe mit Zähnen und Klauen verteidigt“, wo Worch wörtlich.

Worch hofft, dass sich weitere Landesverbände der Forderung nach einem Parteitag anschließen, damit Faust abgewählt werden könnte. Als Gegenkandidat dürfte jemand auftreten, „der es sich leisten kann, ohne Bezahlung den Vorsitz dieser Partei zu führen“, was der DVU jährlich 42.840 ersparen würde – immerhin mehr, als die Partei Worch schulde.

Damit eskaliert der Konflikt in der DVU weiter, gleichzeitig verzichtet die Partei freiwillig auf den Wahlantritt in Sachsen-Anhalt, DVU-Vize Knop ist für die NPD im Landtag von Sachsen tätig – und die DVU verkauft eine Veranstaltung mit 23 Teilnehmern als Erfolg. Offenbar hat sich die Partei für die Variante „Schrecken ohne Ende“ statt „Ende mit Schrecken“ entschieden.

Siehe auch: DVU sogar nur noch mit 3000 Mitgliedern?, 23 Teilnehmer bei Kundgebung – DVU zufrieden, “Wilde Sau” bei der DVU: Aufstand gegen Faust, DVU: “Es gibt keinen Machtkampf”, Schließt die DVU ihren eigenen Chef aus?