Taktischer Rückzug: DVU-SA verzichtet auf Kandidatur

Die DVU in Sachsen-Anhalt will nicht zur Landtagswahl 2011 antreten, sondern der NPD den Vortritt lassen. Auf dem ordentlichen Parteitag des DVU-Landesverbandes Sachsen-Anhalt stellte die DVU nach eigenen Angaben am 25. April die Weichen für einen „abermaligen aussichtsreichen Alleinantritt einer nationalen Partei zur Landtagswahl am 20. März nächsten Jahres“. Dabei setzt die DVU offenbar weiter auf den „Deutschlandpakt“:

Ungeachtet des von Teilen des derzeitigen NPD-Bundesvorstandes herbeigeführten Bruchs des Deutschlandpaktes, der allein dem volksfeindlichen Parteienblock von CDU bis Linkspartei in die Hände spielt, sieht die DVU nach wie vor die große Einigkeit des nationalen Wollens vor allem an der Basis, aber auch bei vielen Vordenkern und Funktionsträgern sowohl der Deutschen Volksunion als auch der Nationaldemokraten. Der Bruch des Deutschlandpaktes wäre erst dann wirklich vollzogen, wenn auch diese nationale Geschlossenheit zerstört ist.

Der DVU-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt und stellvertretende DVU-Bundesvorsitzende, Ingmar Knop, betonte die Gemeinsamkeiten mit der NPD: „Wir haben vor vier Jahren auch die NPD und ihre Wähler zur Landtagswahl repräsentiert und ein achtbares Ergebnis errungen. Möge nun im kommenden Jahr die NPD mit Unterstützung der DVU den Kampf um den Einzug in den Magdeburger Landtag führen.“

Bei der anschließenden Neuwahl des DVU-Landesvorstandes wurde Knop den Angaben zufolge bestätigt und „mit großer Mehrheit zum dritten mal in Folge zum Landesvorsitzenden der DVU in Sachsen-Anhalt gewählt“. Ihm zur Seite werden als stellvertretende Landesvorsitzende Olaf Rothenberger aus Burg sowie Heiner Höving aus Groß-Germersleben stehen. Als Beisitzer fungieren die ebenfalls bewährten Mitstreiter Andreas Klar aus Wolfen und Holger Röhr aus Magdeburg. Ob die DVU auf den Listen der NPD kandidieren wird, bleibt noch unklar. Allerdings dürfte der DVU-Rückzug auch der eigenen Schwäche geschuldet sein, denn eine weitere vernichtende Niederlage würde die Partei nicht mehr verkraften. Und Geld für einen Wahlkampf steht offenbar auch nicht zur Verfügung. So schützt sich die DVU durch ihren Rückzug vor sich selbst.

„Mitarbeiter“ der NPD-Fraktion

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Mitarbeiter der NPD-Fraktion in Sachsen (Screenshot)

Außerdem wird Knop als Mitarbeiter auf der Seite der NPD-Landtagsfraktion in Sachsen geführt. Er selbst legt aber Wert darauf, dass er dort nicht angestellt ist, sondern weiterhin als freier Rechtsanwalt tätig ist. Dennoch überrascht es  vor diesem Hintergrund nicht, dass  auch die NPD die für sie freudige Nachricht des DVU-Rückzugs verbreitet. Außerdem wählte die NPD fast zeitgleich ihre Landesliste für die Landtagswahl. Platz 1 ging an Matthias Heyder dem Landesvorsitzenden, Platz 2 an Matthias Gärtner und die folgenden Plätze an die JN-Kader Michael Schäfer und Philipp Valenta. Grußworte wurden unter anderem von Udo Voigt gesprochen – sowie von DVU-Vize Knop.

Ähnlich wie beim NPD-nahen Bildungswerk, welches auch bekannte Vertreter der Neue Rechte anzieht, zeigt sich auch hier die überragende Bedeutung der Infrastruktur, welche für die NPD vom Steuerzahler bezahlt wird.

Siehe auch: DVU sogar nur noch mit 3000 Mitgliedern?, 23 Teilnehmer bei Kundgebung – DVU zufrieden, Schrecken ohne Ende bei der DVU, “Die DVU versinkt in der Bedeutungslosigkeit”, DVU-Vize Knop Berater der NPD-Fraktion in Sachsen