Elbe-Day: NPD kündigt alljährlichen Aufmarsch an

Der Aufmarsch-Kalender der rechtsextremen Bewegung soll nach dem Willen der NPD um einen Termin erweitert werden. Neben festen Terminen wie dem 27. Januar (Befreiung KZ-Auschwitz), dem 13. Februar (Bombardierung Dresdens), dem 1. Mai (Tag der Arbeit), 8. Mai (Tag der Befreiung), dem Kult um NS-Kriegsverbrecher Rudolf Hess sowie dem „Heldengedenken“ im November will die NPD nach eigenen Angaben von nun an am 25. April in Torgau aufmarschieren, um anlässlich des Elbe-Days ihre revisionistische Weltsicht zu verbreiten. An diesem Wochenende brachten die Neonazis etwa 170 Anhänger auf die Straße, in den kommenden Jahren soll „durch eine langfristige Vorfeld-Mobilisierung“ die Teilnehmerzahl „aber auf 400 bis 500 mehr als verdoppelt werden“, kündigt die NPD in Nordsachsen an. Die NPD sehe in dem Handschlag zwischen US-Soldaten und Roter Armee in Torgau am 25. April 1945 selbstredend auch kein symbolisches Ende des NS-Regimes und auch keinen „Handschlag der Befreier, sondern einer der Unterwerfer und Mörder“.

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2nd Lieutenant William Robertson (US-Army) und Leutnant Alexander Sylvashko (Rote Armee) beim symbolischen Handschlag "East Meets West" am 27. April 1945 in Torgau.

Der Aufmarsch-Kalender der Neonazis zeigt es: Die extreme Rechte versucht weiterhin über revisionistische Themen Anhänger zu mobilisieren. Die NS-Zeit und der Revisionismus bleiben Fixpunkte für NPD und andere Rechtsextreme. Das gilt auch für die NPD in Sachsen, welche sich gerne als modern und bürgerlich gibt.

Siehe auch: Gemeinsam gegen die Versöhnung: Extreme Rechte wird ewigvorgestrig, Kapitulation und Kriegsende 1945: Das Geschenk der Freiheit