Familienvater nach rassistischer Attacke erneut vor Gericht

Am 26. April 2010 beginnt vor dem Potsdamer Landgericht das Berufungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Musa E. Dem 47-jährigen Familienvater wird nach Angaben der Opferperspektive vorgeworfen, einen jungen Mann vor seiner Wohnungstür mit einem Tischbein geschlagen und verletzt zu haben. Zuvor hatte eine Gruppe Jugendlicher demnach die aus der Türkei stammende Familie rassistisch beleidigt und gedroht, in die Wohnung einzudringen.

Im Februar 2009 war Herr E. nach sieben Verhandlungstagen vor dem Potsdamer Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sein Verteidiger Eberhard Schultz hatte nach Verhandlungsende angekündigt den Richterspruch anzufechten. »Ich bin überzeugt«, so der Berliner Anwalt laut Opferperspektive, »dass mein Mandat vor dem Landgericht ein faires Verfahren bekommen wird und die Richter den rassistischen Hintergrund des Tatgeschehens erkennen werden.«

Am 18. März 2007 wurden Musa E., seine Ehefrau und seine zwei kleinen Kinder in ihrer Potsdamer Wohnung von einer Gruppe Jugendlicher, die sich vor dem Haus aufhielten, rassistisch beschimpft. Mehrere Jugendlichen kamen in das Haus und begannen vor der Wohnungstür zu randalieren. Aus Angst rief Frau E. zwei Mal die Polizei, die die Lage offensichtlich weniger ernst nahm. Nachdem die Jugendlichen drohten einzubrechen, öffnete Herr E. die Tür und schlug die Angreifer mit einem Tischbein in die Flucht. Dabei soll er einen der Jugendlichen an der Schulter verletzt haben.

E. hatte sich direkt nach dem Vorfall an die Opferperspektive gewandt, weil er sich und seine Familie als Opfer eines rassistischen Angriffs sieht. Während das Strafverfahren gegen den Jugendlichen, der die Gruppe angeführt haben soll, eingestellt wurde, steht Musa E. erneut wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

One thought on “Familienvater nach rassistischer Attacke erneut vor Gericht

Comments are closed.