Antisemitischer „Kommunisten-Rap“

Der Rapper „Makss Damage“ aus Gütersloh, der sich selbst als kommunistischen Musiker bezeichnet, hat Anfang des Jahres ein weiteres Album veröffentlicht. „Makssismuss 2010“ heißt die neue Platte, deren menschenverachtender Inhalt vor allem im Internet Jugendliche erreicht. Dem zuständigen Staatsschutz war der Hass-Rapper bislang „nicht bekannt“, sie werde nun jedoch die strafrechtliche Relevanz prüfen.

Von Tobias Korn, zuerst veröffentlicht bei indi-rex

„Ich leite Giftgas in Siedlungen, die jüdisch sind“, stellt sich der Rapper in dem Song „Arabisches Geld“ vor. Sein neues Album strotzt nur so vor antijüdischen und israelfeindlichen Passagen. Doch auch in vorher veröffentlichten Liedern, die der Musiker über seine Website zum kostenlosen Download anbietet, wird unverhohlen zu Hass und Gewalt gegenüber „Antikommunisten“, Israelis, „Bonzen“ und Polizisten aufgerufen.

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Auf die meisten seiner „Feinde“ – darunter sowohl Politiker, Anarchisten, „Antideutsche“, Stalin- und Lenin-Kritiker –, so der Hip-Hopper, der unter dem Namen „Makss Damage“ insgesamt drei Platten veröffentlicht, warte das Gulag. Für den Publizisten Henryk M. Broder und Helmut Kohl, die beide seiner Auffassung nach „verlogene Islamophobe“ seien, fordert er die Todesstrafe in dem Song „Lange noch kein Nazischwein“.

Stalin-Kult und Israel-Hass

Insgesamt sind 18 Titel auf dem neuen Album, dessen Aufmachung offenbar an die Terror-Gruppe „Rote Armee Fraktion“ erinnern soll. Eine besondere Rolle in der Musik spielen antisemitische Verschwörungstheorien. Israel und die USA werden von dem Gütersloher dämonisiert, der 11. September 2001 wird als von der US-Regierung inszeniert dargestellt. Einhergehend mit einer Heroisierung Stalins und Lenins wittert er hinter den „Großkapitalisten“ eine verschworene Gemeinschaft, die er vernichten möchte.

Die Website des Hass-Rappers war zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar. Seit Ende März betreibt er jedoch eine neue Internetseite. Ein Impressum ist auch dort nicht zu finden. In einem Eintrag wird „gescherzt“: „Übrigens: Das neue MaKss Damage Mixtape ‚MaKssismus 2010’ enthält folgende Extras: 100% mehr Sexismus pur, 100% mehr Gewalt und Zerstörungswut, 200% mehr Antisemitismus.“ Auf einem Bild wird ein Affe abgebildet, der eine israelische Flagge hält. Titel: „Antideutscher Hurensohn“.

Konzert bei der SDAJ

Mindestens einen Live-Auftritt hatte der offenbar als Solo-„Künstler“ arbeitende Stalinist bereits: Beim Sommercamp der „Sozialistischen Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ) in Ostwestfalen-Lippe in Herzebrock-Clarholz (Kreis Gütersloh) stand er im August des vergangenen Jahres auf dem Programm. Unterstützt wurde das Camp unter anderem von der DKP.

„Aufgrund des jetzigen Trubels um den Rapper“ möchte die örtliche SDAJ „vorher erstmal gerne informiert werden was so geschrieben werden soll“, heißt es von dem Ansprechpartner der Gruppierung auf eine indi-rex-Anfrage. Den Namen beziehungsweise Kontaktdaten zu „Makss Damage“ wollte man nicht herausgeben.

Nach heftiger Kritik an dem geplanten Auftritt von „Makss Damage“ auf einem Konzert in Berlin-Kreuzberg im zurückliegenden Jahr wurde der umstrittene Musiker ausgeladen.

Der Leiter des Staatsschutzes in Bielefeld, Rudolf Frühling, teilt auf Nachfrage mit, dass sich seine Behörde bislang nicht mit „Makss Damage“ befasst hat. Nach der Anfrage von indi-rex will die Polizei die Inhalte der Songs jetzt jedoch genau unter die Lupe nehmen. „Sollten sich strafbare Inhalte ergeben, werden die notwendigen Maßnahmen ergriffen und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, erklärt Frühling. Textzeilen wie „Lasst den Davidstern brennen, lasst den Zionismus untergehen“ lassen jedoch eindeutig erkennen, welches Gedankengut der Rapper verbreitet.

Siehe auch: Warum sich die Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet

10 thoughts on “Antisemitischer „Kommunisten-Rap“

  1. Dee-Ex, Makss Damage. Ist das die geforderte „Repolitisierung des Hip Hop“? Ich hoffe nicht…

  2. manches von dem Schund von „Makss Damage“ erinnert an die späte Stalin-Periode 1948-53 mit ihren Kampagnen gegen „Formalismus“, „Modernismus“, „Kosmopolitentum“ und „Zionismus“; dem antisemitischen Schauprozessen gegen Slansky, Simone, etc. in Prag und nationalistischer Agitation gegen „den Ami“

  3. Erbärmlich, dass dieser „Musiker“ Anarchisten, Antideutsche und Kritiker am ML in einen Topf wirft. Er hätte sie demnach gleich als „Trotzkisten“ bezeichnen können, ganz nach Tradition der frühen Jahre des 20. Jh.
    Schade, dass solch dumme Statements seitens irgendeines „Rappers“ den Antiimperialismus in derart schlichtem und schlechtem Licht darstehen lassen und sog. „antideutsche“ Haltungen unterstreichen.
    Schade auch, dass eindeutig antisemitische Haltungen, wie von diesem „Rapper“ vertreten, die Kanonen der Antideutschen mit Munition versorgen.
    Schade aber auch, dass durch solche grundweg idiotischen Interpretationen von Antiimperialismus und Antikapitalismus den eigentlich antisemitischen Kräften wie den „Antideutschen“ sowie den ultra-konservativen Rechten gleichermaßen in die Hände gespielt wird, die dem Begriff „Semitismus“ völlig sachfremde und negative Konnotationen zuordnen, die wiederum nichts anderes als rassistisch und spweziell antisemitisch sind.
    Schade aber ebenso, dass man die US-Aussenpolitik nicht mehr kritisieren darf, ohne zugleich aus den „eigenen Reihen“ heraus als Antisemit beschimpft zu werden, weil man die aus dem rechten Lager stammende (mitsamt der sehr wohl als antisemitisch zu betrachtenden) Redewendung „USrael“ längst schon vereinnahmt zu haben scheint.
    Schade, dass man die israelische Staatspolitik nicht mehr kritisieren darf, ohne Gefahr zu laufen, das Etikett „Antisemit“ ans Revers gehäftet zu bekommen, obwohl man sich nicht gegen eine Kultur, sondern explizit gegen eine Politk, resp. Staatsform (oder auch generell gegen Staaten i.a.) ausspricht.
    Ganz besonders schade ist, dass die Linke in Deutschland sich tatsächlich mit solch idiotischen Themen befasst, dass die Linkspartei sich zunehmend solchen antideutschen Haltungen verschreibt und einem Staat somit bedingungslose Solidarität zusichert, damit aber gleichwohl der isrealischen und palästinensichen Linken und den örtlichen Friedensbewegungengen und ihren jahrelangen Bemühungen in Israel/Palästina in den Rücken fällt.

    Ihr seid nicht besser als der Vollhorst, den ihr hier kritisiert.

  4. @Chewie

    also dein „fachwiszen“ ist schon beeindruckend, und all die kraszen fremdwörter die du so drauf hast, ich bin sprachlos…

    mit antideutschen grüszen

    PS: ich lad schon mal meine kanone…xDDD

  5. @ Lummerland bis zur Verblödung:

    Also ich finde deine argumentativen Fähigkeiten auch viel überzeugender als mein „Fachwissen“. Du hast Rechtschreibfehler in meinem Kommentar gefunden, also kann ich ja gar nicht richtig liegen. War das in etwa deine Kernaussage? Beeindruckend. Und das alles ohne Großschreibung.

    Nu´ aber ab mit dir in dein gelobtes Land, und vergiss bloß deine „Kanone“ nicht. Deine geistigen Fähigkeiten werden dir da wie hier nämlich keine große Hilfe sein.

    mit antiimperialistischen Grüßen

    P.S.: Grüß meine Eltern, wenn du ankommst. Und schreib mal ´ne Postkarte

  6. chewie, in den vielen jahren die ich dich schon kenne, ist das was du geschrieben hast, dass dümmste was ich jeh von dir gehört habe…

    dein vater,
    Chewbacca

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