23 Teilnehmer bei Kundgebung – DVU zufrieden

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Die DVU verkauft eine Kundgebung mit 21 Teilnehmern + 2 Rednern als halben Erfolg.

Die DVU hat am 17. April 2010 in Plön eine Veranstaltung durchgeführt, bei der laut Parteiangaben ganze 23 Teilnehmer erschienen sind. Bei der DVU ist man sich offenbar bewusst, in welcher Liga man spielt – und so erklärt man diese überschaubare Resonanz fast zu einem Erfolg – und das geht so: „Während die erste [öffentliche DVU-Veranstaltung in Norddeutschland] am 6. März in Husum nicht zuletzt aufgrund eines unerwarteten Witterungseinbruchs und der damit verbundenen Verkehrsprobleme sehr wenige Teilnehmer hatte, kamen in Plön immerhin 23 zusammen. Das klingt zwar auch nicht überwältigend, aber wenn man überlegt, daß bei der letzten öffentlichen Kundgebung der NPD in Norddeutschland eine Woche vorher in Hamburg auch nur 25 Personen kamen, hält es sich noch im Rahmen.“

Der weitere Verlauf der Veranstaltung war übrigens offenbar dann ähnlich unspektakuär wie die Zahl der Teilnehmer. Erwähnenswert fand es die DVU noch, dass die Kundgebung „pünktlich um 11.oo Uhr“  begonnen wurde – und dass der DVU-Landesvorsitzende von Niedersachsen und Strukturbeauftragte Norddeutschland, Hans-Gerd Wiechmann, sowie „der parteifreie Nationalist“ Christian Worch sprachen. Besonders hübsch ist es, dass die DVU auf die geringe Teilnehmerzahl bei der NPD-Kundgebung in Barmbek verweist – aber nicht erwähnt, dass diese ebenfalls von Christian Worch mitorganisiert worden war.

Worum ging es eigentlich?!?

Um 12.06 Uhr wurde die Kundgebung in Plön laut DVU dann wieder beendet. Als „Beweis“ für den Erfolg der Kundgebung werden dem Leser noch mehrere Medienberichte geliefert, wobei die Kurzmeldungen teilweise bereits wieder offline sind beziehungsweise sich mit den Protesten gegen den rechtsextremen Aufzug beschäftigen. An diesem nahmen übrigens weit mehr Menschen teil. Die Kieler Nachrichten berichteten auf ihren Regionalseiten:

„Bürgerinnen und Bürger der Stadt, Kameraden …“ mehr Worte waren nicht zu verstehen. Kaum hatte der erste DVU-Redner zum Mikrofon gegriffen, ertönte ein gellendes Pfeifkonzert, das während der einstündigen Ansprache anhielt. Die Kundgebung der Rechtsradikalen Partei, um deren „Infostand“ sich 21 Vertreter scharten, wurde von über 150 Protestdemonstranten friedlich aber lautstark gestört.“

Worum es eigentlich bei der DVU-Veranstaltung ging, blieb übrigens offen…

Siehe auch: Hamburg: Neonazi schreit Lautsprecheranlage kaputt, Schrecken ohne Ende bei der DVU