Holocaust-Leugner Williamson legt Rechtsmittel ein

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson will die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro nach einem ARD-Bericht anfechten und Rechtsmittel einlegen. Das teilte der Anwalt des 70-jährige Bischofs der ultrakonservativen Piusbruderschaft dem Magazin „Report Mainz“ mit. Anwalt Matthias Loßmann ließ aber offen, ob er das Urteil vom Freitag wegen vermeintlicher Rechtsfehler des Gerichts oder mit dem Ziel einer neuen Beweisaufnahme anfechten will. Davon hängt ab, ob Revision vor dem Oberlandesgericht Nürnberg eingelegt wird oder Berufung vor dem Landgericht Regensburg. Das Regensburger Amtsgericht hatte Williamson wegen Volksverhetzung zu 100 Tagessätzen von je 100 Euro verurteilt.

Williamson hatte in dem Interview gesagt, er denke, dass “200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben” seien, aber “nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern”. Am Tag der Ausstrahlung unterschrieb Papst Benedikt XVI. ein Dekret, das die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der reaktionären Bruderschaft rückgängig machte. Anfang Februar vom Papst aufgefordert, seine Äußerungen zu widerrufen, sagte Williamson zunächst lediglich, er werde seine Aussagen zum Holocaust “überprüfen”. Später verbreitete er eine “Entschuldigung”, die allerdings viele Fragen offen ließ.

In Anbetracht dieser Folgen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich.

Im schwedischen Fernsehen habe ich nur die Meinung (… „Ich glaube“, … „Ich glaube“…) eines Nicht-Historikers geäußert, eine Meinung, die sich vor 20 Jahren auf Grundlage der damals verfügbaren Beweise herausgebildet hat und seither selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist. Nichtsdestoweniger haben mich die Ereignisse der letzten Wochen und der Rat von älteren Mitgliedern der Bruderschaft des hl. Pius X. von meiner Verantwortung für die verursachten großen Schwierigkeiten überzeugt. Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung.

Siehe auch: Holocaust-Leugner Williamson soll 12.000 Euro zahlen