„Tatort Stadion“: Werderfans gegen Diskriminierung

Am Donnerstag, den 15. April, findet um 19:00 Uhr in der Unteren Rathaushalle die feierliche Eröffnung der Wanderausstellung Tatort Stadion 2 – Fußball und Diskriminierung statt. Die Ausstellung wird bis zum 29. April täglich von 12 bis 19 Uhr zu sehen sein; sie wurde vom Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) erstellt und wird in Bremen von der Arbeitsgruppe Werderfans gegen Diskriminierung ausgerichtet.

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Tatort Stadion 2 feiert in Bremen Premiere. Die Vorläuferin der Ausstellung wurde zwischen 2001 und 2006 an fast zweihundert Orten gezeigt. Sie leistete Pionierarbeit bei der öffentlichen Thematisierung von Diskriminierung im Fußball und sorgte für Wirbel, weil sie die unrühmliche Rolle des damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder beleuchtete. Während des Gastspiels in Bremen im April 2003 wurde eine Schautafel über den rechtsradikalen Hintergrund der Bremer Hooliganband Kategorie C von Mitgliedern der Bremer Hooliganszene gestohlen.

Seit der ersten Tatort-Stadion-Ausstellung hat sich nach Ansicht der Ausstellungsmacher viel getan. Diskriminierung wird von vielen Vereinen und Fans, so auch beim SV Werder, mittlerweile endlich als Problem wahrgenommen und angegangen. Dennoch werden in deutschen Stadien nach wie vor allwöchentlich Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe beschimpft, antisemitische und antiziganistische Gesänge angestimmt oder Homosexuelle verunglimpft. Frauen haben es im „Männersport“ Fußball immer noch schwer, akzeptiert zu werden.

Die komplett überarbeitete Ausstellung Tatort Stadion 2 will informieren –  sowohl über alltägliche Diskriminierung und Neonazi-Aktivitäten als auch darüber, was Fans dagegen tun.

Während die Ausstellung nachmittags für alle Besucherinnen und Besucher offen steht, werden vormittags Führungen für Schulklassen angeboten. Außerdem finden neben der feierlichen Eröffnung zwei weitere Abendveranstaltungen in der Unteren Rathaushalle statt:

Donnerstag, 15. April, 19 Uhr:
Feierliche Eröffnung mit Karoline Linnert (Bürgermeisterin und Senatorin für Finanzen), Klaus-Dieter Fischer (Präsident des SV Werder), Annika Hoffmann (Bündnis aktiver Fußballfans) und Thomas Janßen (Werder-Fans gegen Diskriminierung)

Montag, 19. April, 19 Uhr:
Diskussionsveranstaltung „Antisemitismus beim Fußball“, moderiert von Alex Feuerherdt

Montag, 26. April, 19 Uhr:
„Vor 65 Jahren: Wie Bremen befreit wurde und wie es weiterging“: Vortrag von Heinz-Gerd Hofschen, Abteilungsleiter für Stadtgeschichte am Focke-Museum

Öffnungszeiten der Ausstellung: 15. bis 29. April 2010, täglich 12 bis 19 Uhr (bei Spielen des SV Werder schließt die Ausstellung 1½ Stunden vor Anpfiff).

Weitere Infos: http://tatortstadion.blogsport.de