NPD-Referent bei Burschenschaft

melitsch
Melitsch trat unter anderem bei den "Nationalen Sozialisten Mainz-Bingen" auf.

Am 12. April 2010 soll der österreichische Rechtsextremist Richard Melisch ab 18.00 Uhr in den Räumen der „Burschenschaft Germania-Königsberg“ zum Thema „Die Völker Lateinamerikas befreien sich vom Joch der Globalisierung“ referieren. Das vermeldet das Hamburger Bündnis gegen Rechts. Die Burschenschaft, nicht zu verwechseln mit der Germania aus der Sierichstraße, stelle hier für ihre Räume dem „Norddeutschen Kulturkreis e.V.“ zur Verfügung, heißt es.

2007 erschien dem Bündnis zufolge im Verlag Grabert-Hohenrain ein Buch von Richard Melisch mit dem Titel „Der letzte Akt – die Kriegserklärung der Globalisierer“. In der folgenden Zeit tourte Melisch dann mit dem Buch zu diversen Gesprächskreisen der NPD in verschiedenen Bundesländern. Die JN als Jugendorganisation der NPD schrieb nach einem solchen Vortrag:

„Die JN Heilbronn dankt Richard Melisch für Wahrheiten aus erster Hand, und dass er uns an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben ließ.“

Melisch schrieb den Angaben zufolge für diverse rechte Blätter, 2006 z.B. im NPD-Organ „Deutsche Stimme“. In den neonazistischen Huttenbriefen (5-6/2004) erklärte er laut Hamburger Bündnis gegen Rechts den Terror Bin Ladens zum „Freiheitskampf gegen die USA und den Zionistenstaat Israel.“ Im Dezember 2004 referierte Melisch für die Hamburger „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft“ in den Jahren 2006 und 2008 bei der Burschenschaft Germania in der Sierichstraße.

Braune Kulturfreunde

Weiter schreibt das Bündnis: Der „Norddeutsche Kulturkreis“, welcher Melisch in das Burschenhaus geladen hat, wurde 1962 unter maßgeblicher Beteiligung von Altnazis gegründet. Damals hieß er noch „Freundeskreis Filmkunst“ und zeigte regelmäßig indizierte NS-Filme in angemieteten Hamburger Kinos. Obwohl es immer wieder Proteste gegen die Veranstaltungen gab, war erst 1995 Schluss mit den Nazifilmen. In den 80er und 90er Jahren geriet der Filmverein in die Schlagzeilen, weil er eine der Tarnorganisationen des kürzlich verstorbenen NPD-Funktionärs Jürgen Rieger war. Der Verein erwarb 1978 das so genannte Heideheim im niedersächsischen Hetendorf und Rieger baute es zum wichtigsten Nazizentrum in Norddeutschland aus. 1998 wurde es von den Behörden geschlossen.

Die Filmfreunde änderten darauf hin 1999 ihren Namen in „Norddeutscher Kulturkreis“, das Personal, die Ideologie, wie auch die Vereinszeitschrift „Die Warte“ blieben jedoch dieselben. Das Blatt enthält Porträts über Kulturträger des Dritten Reiches, Gedichte oder Lieder von völkischen KünstlerInnen, Rezensionen über Bücher von Alt- und Neonazis und Beiträge über das Vereinsleben. Häufig ziert ein Kunstwerk aus dem Nationalsozialismus das Titelblatt.

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