Hamburg: Neonazi schreit Lautsprecheranlage kaputt

Die NPD-Hamburg hat am 10. April 2010 in Barmbek eine „Protestkundgebung gegen Behördenwillkür“ dürchgeführt. Knapp 30 Anhänger folgten dem Aufruf der neonazistischen Partei, etwa 100 Menschen protestierten gegen die Kundgebung.

Von Robert von Seeve für NPD-BLOG.INFO

Hintergrund war, dass die NPD für den selben Tag mehrere Infostände angemeldet hatte. Diese wurden aber von der Behörde nicht genehmigt. Daraufhin habe die NPD vor dem Verwaltungsgericht geklagt, allerdings „vollständig verloren“, so das Hamburger Bündnis gegen Rechts. Daher hielt die NPD eine Protestkundgebung ab.

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Die Lautsprecheranlage gab beim zweiten Redebeitrag ihren Geist auf.

Als erstes begrüßte der Hamburger Neonazi Christian Worch die wenigen Teilnehmer und verlas die Auflagen der Polizei. Auf fünf Teilnehmer durfte jeweils nur eine Fahne kommen – und so wehten lediglich fünf Fahnen über der überschaubaren Ansammlung. Worch war zuvor noch selbst auf den etwas klapprig wirkenden Sprecherwagen aus Kiel gestiegen, um die Lautsprecher einsatzbereit zu machen. Diese funktionierten auch während des ersten Redebeitrags von NPD-Ratsherr Gutschke aus Kiel, der die Hamburger Passanten mit Erfahrungsberichten aus dem Kieler Rathaus für sich gewinnen wollte. Er betonte die Wichtigkeit der Kommunalpolitik für die NPD, da man hier nah am Bürger sei – und verglich chinesische Dissidenten mit Horst Mahler. Fast alle Passanten ignorierten seine kaum nachvollziehbare Rede, einige mussten bei den Versprechern wie „nationale Beweugung“ oder auch „abhälten“ etwas schmunzeln; Omas mit Hackenporsche kommentierten die Neonazi-Kundgebung äußerst treffend mit „Ojemine!“.

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NPD-Anhänger in Hamburg bei dem Versuch, sich Gehör beim Bürger zu verschaffen...

Zudem schien das Outfit mehrerer Teilnehmer der NPD-Kundgebung kaum dazu geeignet, bei Otto-Normalverbraucher sonderlich viele Sympathiepunkte zu sammeln. Ein Teilnehmer zeigte sich zunächst vermummt, andere traten im Autonomen-Nationalisten-Style auf. Der zweite Redner, Raphael Niemann aus Hamburg, brüllte dermaßen in das Mikrofon, dass mehreren Besuchern eines Cafes fast die Tasse aus der Hand fiel. Auch die Lautsprecheranlage hatte offenbar schon nach wenigen Minuten keine Kapazitäten mehr, um die wüste Rede über „nationale Sozialisten“, „nationale Idealisten“ sowie „tote deutsche Soldaten“ in die Ohren der Hamburger Einkaufsbummler zu hämmern – und stellte daher kurzerhand den Betrieb ein. Worch klopfte noch auf dem Mikrofon herum, doch dieses blieb stumm – und so setzte Niemann seine Rede ohne Verstärker fort. Bei den wenigen Teilnehmern war ein Lautsprecher auch kaum nötig – und sonst wollte offenbar auch niemand die Neonazi-Parolen hören.

Siehe auch: Ein Neonazi steigt aus: “Ich will, dass es allen Menschen gut geht”

9 thoughts on “Hamburg: Neonazi schreit Lautsprecheranlage kaputt

  1. Normalerweise gibt es als Auflage, dass man unter fünfzig Teilnehmern gar keine elektronischen Verstärker benutzen darf. Bei Nazis wird dies allerdings oft vergessen.

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