Lob für Waffen-SS: Anzeige gegen NPD-Chef Voigt

Udo Voigt am 14. Februar 2009 in Dresden
Udo Voigt am 14. Februar 2009 in Dresden

Gegen den Chef der NPD ist Anzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung erstattet worden. Die Anzeige stammt einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge von dem Linken-Politiker Hans Erxleben aus Treptow-Köpenick. Er bezieht sich dem Bericht zufolge darin auf eine Äußerung Udo Voigts auf der jüngsten Sitzung des Bezirksparlaments Treptow-Köpenick. Dort gehört der NPD-Chef zur dreiköpfigen Fraktion seiner Partei. In der Sitzung ging es unter anderem um die Würdigung des bevorstehenden 65. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus. Voigt sagte dem Bericht zufolge dazu, dass sich seine Partei „auch vor den tapferen Soldaten der deutschen Wehrmacht, des Heeres, der Luftwaffe, der Marine und der Waffen-SS“ verneige, „die bis zum letzten Tag ihrer Pflicht nachgekommen sind.“

Erxleben kommentierte dem Blatt zufolge, die „Waffen-SS wurde 1946 vom Internationalen Gerichtshof in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur verbrecherischen Organisation erklärt.“ Ihre Verherrlichung und Verbreitung von Propaganda sei seither verboten. Voigt habe die verfassungswidrige Organisation ausdrücklich gelobt und sich deshalb strafbar gemacht.

Voigt war bereits im April 2009 wegen Volksverhetzung verurteilt worden und soll deswegen aus dem Bundeswehrverband geworfen worden. Zuvor hatte der Verband nach eigenen Angaben keine rechtliche Handhabe gegen den Ausschluss. Dieser ist aber weiterhin noch nicht rechtskräftig. Voigt habe Einspruch gegen den Ausschluss erhoben, darüber müsse noch entschieden werden, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Die BVV-Abgeordneten der NPD versuchen immer wieder durch Provokationen durch Schlagzeilen zu sorgen. Jörg Hähnel, NPD-Verordneter im Lichtenberger Bezirksparlament, bezeichnete die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht als “Akt des Demokratieerhalts”. Für diese Äußerungen wurde Hähnel 2009 in zweiter Instanz wegen der Billigung einer Straftat verurteilt.

Siehe auch: Bundeswehrverband wirft NPD-Chef Voigt raus

10 thoughts on “Lob für Waffen-SS: Anzeige gegen NPD-Chef Voigt

  1. Herrn Voigts politische Ideen kann man mit Recht ablehnen.
    Was er aber über die Wehrmacht und speziell die Waffen SS gesagt hat, haben vor ihm schon bedeutendere Politiker gesagt,
    Eine kleine Auswahl:

    SPD-Abgeordneter verteidigt Waffen-SS: „Die meisten Angehörigen der Wehrmacht, auch der Waffen-SS, haben sich nicht
    an Verbrechen beteiligt.“ Bundestagsabgeordneter Freimut
    Duve (SPD) am 17.04.97 bei der Erörterung der Bonner Parlamentarier über die sogenannte Wehrmachtsausstellung.

    Adenauers Ehrenerklärung für Wehrmacht und SS:
    „Sehr geehrter Herr Generaloberst!
    Einer Anregung nachkommend, teile ich mit, daß die von mir in meiner Rede vom 3. Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag abgegebene Ehrenerklärurg für die Soldaten der früheren Deutschen Wehrmacht auch die Angehörigen der Waffen-SS umfaßt, soweit die ausschließlich als Soldaten ehrenvoll
    für Deutschland gekämpft haben.
    Mit Ausdruck vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr Adenauer“
    (Brief Konrad Adenauers an den Generaloberst der Waffen-SS Paul Hausser, datiert vom 17. Dezember 1952.)

  2. http://kgdw.de.tl/ – Ein Beispiel unter Tausenden, WIE der „heldenhaften Truppe“ die Verantwortung durch Adenauer „abgenommen“ wurde. „Wir haben nur unsere Pflicht getan …“.

    Aber für Adenauer war ja Köln auch die „Widerstandshochburg“ im Kampf gegen Hitler. – Nur, dass gerade in Köln mit als Erstes „Sieg Heil!“ gebrüllt wurde.

    @Paul-Pa, was meinst du? – Sollte sich der Chef der NPD auf Adenauer berufen? 😉

  3. @1 (paul-pa):

    und sie meinen nicht, das die aussage von herrn duve eine ganz andere qualität hat, als die von v.? ich würde „die meisten… nicht beteiligt“ und „tapferen… bis zum letzten tag ihrer pflicht nachgekommen“ ganz unterschiedlich werten. das eine als eine üble fehleinschätzung. das andere als provozierende propaganda und offensichtliche befürwortung von zielen des ns-terrors.

    .~.

  4. Die Waffen SS war die eine Einheit der Wehrmacht.
    Und Ihr beide seit Wischiwaschis 😉

  5. Nope, die Waffen-SS war keine Einheit der Wehrmacht. Die waren eigentständig und politisch noch ein bisschen mehr kranker drauf, um es mal flapsig zu formulieren.

    Vor solchen Deppen muss man sich nicht verneigen. Man sollte sich auch vor niemanden verneigen, der ein Eid auf Adolf Hitler abgegeben hat und nicht explizit aufs Vaterland bzw. das Vaterland mit klein Adolf verwechselt hat.

    Und wären die nicht so doof gewesen, und hätten in unsäglicher Nibelungentreue bis zum bitteren Ende treudoof „ihre Pflicht“ getan, wäre dem deutschen Volk bzw. Europa oder auch den Opfern des Massenmordes wohl einiges erspart geblieben.

    Da waren andere Völker wie die Italiener oder Finnen echt schlauer gewesen…

    Aber einige Deutsche raffen das bis heute nicht und trauern dem nach, was da abgelaufen ist obwohl die Jungs die größte Peinlichkeit der deutschen Geschichte produziert haben an der man bis heute ja noch zu knabbern hat aufgrund dieser damals vorhandenen Grenzdebilität. Besser hätte man den Ruf Deutschlands nie zerstören können. Kein achso böser „Linker“ hätte das jemals besser gekonnt.*gg*…
    Und wer sich davor veneigt, ist selber blöd! 😀

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  6. Wie verlogen!

    Als Günter Grass sich als SS Mann outete, haben alle
    Gutmenschen „Verständnis geäußert“ obwohl er über 60
    Jahre gelogen hat.
    „er war erst 17″…sagte so ein Mensch zu mir.
    Keine ANTIFA Demo in Göttingen gegen ihn am Geburtstag.
    Möchtegern- Linker M. Westernhagen kroch vor ihm…

    Also will ich jetzt auch nix mehr über die böse SS hören
    oder über 17 Jährige Brandstifter – vielleicht bekommen
    die irgendwann auch einen Nobelpreis und „Verständnis“

    In diesem Sinne

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