Ausstellung über KZ wird vorzeitig beendet

Bislang unbekannte Täter haben über die Osterfeiertage einen Teil der in der Göttinger Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) gezeigten Sonderausstellung „Zwangsarbeit für den ‚Endsieg‘ – Das KZ Mittelbau-Dora 1943-1945“ mutwillig beschädigt. Die KZ-Gdenkstätte Mittelbau-Dora, die die Präsentation konzipiert hatte, entschied daraufhin, die Ausstellung vorzeitig zu beenden.

Kai Budler für NPD-BLOG.INFO

zwangsarbeit Ursprünglich sollte die am 12. Februar eröffnete Ausstellung noch bis Ende der kommenden Woche im Foyer der SUB zu sehen sein. Weil die Schäden kurzfristig nicht zu beheben seien, wird die Präsentation nun am 07. April 2010 abgebaut.

Mit zahlreichen Dokumenten, Fotos, Erinnerungen und anderen Quellen informiert die Wanderausstellung über das Konzentrationslager im Südharz zwischen 1943 und 1945. Gezeigt wurde sie in Kooperation mit dem Seminar für Mittlere und Neue Geschichte der Universität Göttingen. Miarbeiter der SUB hatten am vergangenen Samstag entdeckt, dass insgesamt sechs Aufsteller mit einem scharfen Gegenstand eingeschnitten worden waren. Die Veranstalter kündigten eine Strafanzeige gegen Unbekannt an.

Link zur Ausstellung in Göttingen

Am Dienstagnachmittag nahmen etwa 120 Personen an einer Kundgebung auf dem campus der Göttinger Universität teil, zu der Mitarbeiter des Seminars für Mittlere und Neue Geschichte aufgerufen hatten, um die Ausstellung angemessen zu verabschieden.

Bereits Mitte März diesen Jahres waren in dem Besucherbuch der Ausstellung Einträge mit extrem rechtem Hintergrund gefunden worden. Das Buch wurde daraufhin nicht mehr ausgelegt.

In Hamburg hatten derweil Unbekannte die KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Nazisymbolen geschändet. Die Täter sprühten während der Öffnungszeit zwei Hakenkreuze sowie SS-Runen an das freistehende Mahnmal der Gedenkstätte, wie eine Sprecherin der Hamburger Polizei am Dienstag auf ddp-Anfrage sagte. Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes habe die Ermittlungen übernommen.

Unbekannte haben zudem in Thüringen von Sonntag auf Montag mehrere Gräber auf dem Friedhof von Drackendorf bei Jena geschändet. Wie die Polizei mitteilte, stießen die Täter zehn Grabsteine und Grabeinfassungen um.

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