Hintergrund: Merkels Brigadegeneral und die Neue Rechte

Kanzlerin Angela Merkel will ihren wichtigsten militärischen Berater, Erich Vad, zum General des Bundessicherheitsrates befördern. Doch die geplante Beförderung Vads löste Beifall von unerwarteter Seite aus. Die neurechte Zeitschrift Sezession bejubelte die Beförderung euphorisch. „Erich Vad“, hieß es auf der Seite, „wird – so Gott will und die Alliierten es zulassen – am 1. April zum General befördert und bleibt in der Nähe Angela Merkels.“ Der Zwischenruf von Rechtsaußen kommt aber nicht von ungefähr, denn Vad war selbst als Autor für die Sezession tätig und publizierte im April 2003 einen Text in der Zeitschrift. Genau dieser Text für dieses Blatt der Neuen Rechten rückt ihn nun ins Zwielicht.

Wer aber sind denn diese Neue Rechten? Um dieser Frage nachzugehen, hat Judith Albrecht mit Richard
Gebhardt gesprochen. Er ist Politikwissenschaftler an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen. Das Interview für die Freien Radios kann man sich hier anhören.

Siehe auch: Der Brigadegeneral in spe und die Neue Rechte, taz: Merkels rechte Hand

2 thoughts on “Hintergrund: Merkels Brigadegeneral und die Neue Rechte

  1. Im Westen nichts Neues.

    Dass die Bundeswehr von Rechten unterwandert ist, sollte einen nicht überraschen, auch nicht, dass die Regierung zusieht.
    Abgesehen davon, dass eine kürzlich veröffentlichte Studie, wonach ein großer Teil der BW-Soldaten sich rechts von CDU heimisch fühlt, bagatellisiert wurde, ist da noch der Fall der „rechtsextremen Umtriebe“ bei der Bundeswehr vor einigen Jahren.

    Als noch unter Rühe einige Fälle von Ausländerfeindlichkeit und Hitler-Grüßen bei der BW herauskamen, setzte unser Verteidigungsminister den BT-Abgeordneten Kurt Rossmanith ein, um diese Umtriebe zu untersuchen.

    Rossmanith fiel zuvor dadurch auf, dass er sich gegen eine Umbenennung der Dietl-Kaserne in Füssen, die in seinem Wahlkreis liegt, äußerte, da Dietl, der schon 1919 in die NSPDAP eingetreten und bis zuletzt ein überzeugter Nationalsozialist gewesen war, ein „Vorbild menschlicher und soldatischer Tugend“ sei. Rossmanith darf seither durch ein Urteil des Amtsgerichts Kaufbeuren als „Nazi-Fan“ bezeichnet werden. Es dürfte niemanden überraschen, dass Rossmanith keinerlei rechtsextreme Umtriebe in der BW feststellen konnte.

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