„Dickkoepp“ macht dicht

Die Tage des Neonazi-Szeneladens „Dickkoepp“ in Rostock sind offenbar gezählt. Wie die Ostseezeitung erfahren haben will, werde das Ladengeschäft in der Doberaner Straße, das dem NPD-Landtags- und Bürgerschaftsabgeordneten Birger Lüssow gehört, zum 30. Mai schließen. Offenbar stehe der 35-jährige Lüssow unter massiven finanziellen Druck. Nach OZ-Recherchen liegt beim Rostocker Amtsgericht eine Haftanordnung gegen den Politiker vor. Allerdings genießt Birger Lüssow als Landtagsabgeordneter Immunität vor Strafverfolgung. „Noch jedenfalls“ – schreibt das Blatt weiter.

Birger Lüssow am 04. April 2009 auf dem Weg zum NPD-Bundesparteitag (Fotograf Salander (Ahron Foto) http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Birger-l%C3%BCssow.jpg)
Birger Lüssow am 04. April 2009 auf dem Weg zum NPD-Bundesparteitag (Fotograf Salander (Ahron Foto) http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Birger-l%C3%BCssow.jpg)

Wegen eines Strafverfahrens vom Oktober 2009, bei dem Lüssow betrunken am Steuer eines Autos erwischt worden sein soll, drohe Lüssow jetzt aber die Aufhebung seiner Immunität. In diesem Fall wäre der Weg frei für ein Ermittlungsverfahren gegen ihn.

Lüssow ist Verkehrsexperte in der Fraktion. Zuletzt wurde auch der NPD-Abgeordnete Tino Müller alkoholisiert am Steuer erwischt.

In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt nahm man die mögliche Schließung des „Dickkoepp“ mit Erleichterung zur Kenntnis, berichtete die Ostseezeitung weiter. „Das war immer unsere Hoffnung“, so Ortsamtsleiterin Stephanie Hameister. „Wenn das zutrifft, verschwindet ein erheblicher Konfliktpunkt aus der KTV.“ In der Vergangenheit hatte es immer wieder Demonstrationen und Anschläge gegen den Laden gegeben.

Im Oktober 2009 hatten Unbekannte einen Anschlag auf den Laden verübt. Die Täter hätten Bekleidungsstücke im Eingang angezündet.

Lüssow hatte über seine Internetfirma zudem mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Kevlar-verstärkten Schutzhandschuhen gehandelt. Nach einem Bericht des NDR-Nordmagazins aus dem März 2009 waren die Adresse und Faxnummer des Internetladens identisch mit denen des Bürgerbüros des Landtagsabgeordneten. Für Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider seien das Hinweise für eine Zweckentfremdung von Mitteln für Wahlkreisbüros. Solle sich dies bewahrheiten, werde das für die NPD-Fraktion finanzielle Konsequenzen haben, kündigte Bretschneider im Nordmagazin an. Das NDR-Magazin zeigte auch Anstecker aus Lüssows Versandhandel mit Parolen wie “Nationaler Sozialismus jetzt!” oder “Burn Israel Burn!”.

Siehe auch: NPD-Verkehrsexperte Lüssow offenbar betrunken am Steuer, NPD-Abgeordneter Müller alkoholisiert am Steuer

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