Rechtsextreme sorgen sich um Altermedia

Die Neonazi-Krawall-Seite Altermedia aus Mecklenburg-Vorpommern steht seit einer Woche still. Dies ist ungewöhnlich, die Seite wird sonst regelmäßig aktualisiert, oft mit mehreren Blog-Einträgen täglich. Gibt es technische Probleme oder eine Auszeit, wird dies zumindest kurz angekündigt. Auch die Kommentare auf Altermedia werden seit dem 22. März 2010 nicht mehr freigeschaltet. Im unmoderierten Altermedia-Forum macht man sich daher große Sorgen um den mutmaßlichen Betreiber der Seite aus Stralsund. Besonders eine geschmacklose Falschmeldung auf Indymedia, wonach der Mann mit den passenden Initialen A.M. bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei, sorgte bei den Anwesenden für Aufregung.

NPD: Spaltermedia als „Dreckschleuder“

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Auch auf anderen rechtsextremen Web-Seiten ist der Stillstand der Neonazi-Seite Thema. Allerdings freuen sich viele Kommentatoren auch über das derzeitige Aus. Denn Altermedia wird in der Szene oft auch als „Spaltermedia“ bezeichnet, da auf der Seite die zahlreich vorhandenen Selbstdarsteller aus dem „Nationalen Widerstand“ die vielen Grabenkämpfe offen ausleben. So schrieb der NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel Ende 2008 auf Anfrage des Autors zu dem Thema Altermedia, „was sollte die Partei gegen Altermedia und dessen Desinformations-, Verleumdungs- und Spaltungsversuche konkret unternehmen? Einige Hacker darauf ansetzen, die Dreckschleuder lahmzulegen?“

War es der Mossad?

Selbstverständlich kursieren in Neonazi-Foren bereits diverse Verschwörungstheorien, so könne der Altermedia-Betreiber vom Mossad verschleppt worden sein. Auch die Behauptung, Altermedia werde von Sicherheitsbehörden mitgesteuert, wird einmal mehr ausgepackt. Selbst die Konkurrenz-Seite Gesamtrechts will sich nun um Aufklärung bemühen, denn „was tut man nicht alles, um künftig auch weiter einen nennenswerten Gegenpart zu haben…“

Was nun aber konkret mit der Neonazi-Seite Altermedia los ist, bleibt bislang unklar. Immerhin wird auch eine andere Seite, für die der Betreiber tätig war, seit einer Woche nicht mehr aktualisiert. Klar erscheint hingegen, was Beobachter schon länger vermutet hatten: Bei Altermedia handelt es sich weiterhin um ein Ein-Mann-Projekt, auch wenn es nach den rechtlichen Schritten gegen den mutmaßlichen Betreiber mittlerweile mehrere admin-Namen gibt.

Nachtrag, 31. März, 10:47 Uhr: Auf rechtsextremen Seiten wird mittlerweile gemeldet, der Betreiber von Altermedia lebe noch. Was mit ihm los sei, wisse man aber nicht.

Siehe auch: Hohe Ziele, tiefer Fall – Gesamtrechts zerfällt, Internet-Klatsch: Schändete eine “Parteileiche” die jüdischen Friedhöfe?, Hamburg: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Drohungen gegen Journalisten, NPD wirbt bei Altermedia für mehr Ruhe, Nazi-Portal Altermedia vor dem Aus?

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