Brandanschlag in Zossen: NPD-Mitglied legt Geständnis ab

Brandanschlag auf das "Haus der Demokratie" im brandenburgischen Zossen. In der Nacht auf den 23.01.2010 brannte das Haus der Demokratie in Zossen komplett nieder. Die Bürgerinitiative «Zossen zeigt Gesicht», die sich gegen Rechtsextremismus einsetzt, hatte das «Haus der Demokratie» im September 2009 eröffnet. Der polizeiliche Staatschutz hat die Ermittlungen übernommen. Neonazis hatten in der Vergangenheit mehrfach gegen das Haus gehetzt.
Brandanschlag auf das "Haus der Demokratie" im brandenburgischen Zossen. In der Nacht auf den 23.01.2010 brannte das Haus der Demokratie in Zossen komplett nieder.

Der Brandanschlag auf das Haus der Demokratie in Zossen ist offenbar von einem NPD-Mitglied verübt worden. Einem bericht von Noows-Nachrichten zufolge legte ein 24-jähriges Mitglied der Neonazi-Partei ein umfassendes Geständnis zu dem Brandanschlag ab. Auch zu anderen Sachverhalten äußerte er sich demnach – und räumte seine Beteiligung an zahlreichen Straftaten ein. Der Neonazi, der auch bei den „Freien Kräften Teltow-Fläming aktiv ist, gab dem Bericht zufolge zu, antisemitische Parolen auf einer Veranstaltung zum Gedenken an den Holocaust im Januar gerufen und Hakenkreuze auf Gedenksteine geschmiert zu haben. Im Juli 2009 hatte er zudem einen Drohbrief an den Sprecher der Initiative „Zossen zeigt Gesicht“ geschrieben.

Das LKA berichtete, dass der Rechtsextremist als Drahtzieher und Organisator von zahlreichen Veranstaltungen und Demonstrationen für sein Klientel gilt.

Zuvor hatte bereits ein 16-Jähriger seine Beteiligung an dem Brandanschlag in Zossen eingeräumt.

Die NPD, welche sich besonders in Wahlkampfzeiten um ein biederes Auftreten bemüht, zeigt damit einmal mehr eindrucksvoll, welche Klientel bei ihr organisiert ist. Mit den jüngsten Verurteilungen von NPD-Kadern wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzung oder anstehender Prozesse wegen ähnlicher Delikte liefert die Partei neues Material für ein mögliches Verbotsverfahren.

Todesdrohungen

Das Gebäude in der Kirchstraße wurde seit September 2009 von der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« genutzt. Schon wenige Tage nach Eröffnung wurde das Haus mit rechten Parolen beschmiert und Aufkleber der Freien Kräfte Teltow-Fläming hinterlassen. Einen Monat später traf es den Sprecher der Bürgerinitiative. Mit großflächigen Farbschmierereien an seinem Haus wurde ihm mit dem Tod gedroht. Erst  Anfang des Jahres waren erneut an seinem Haus Scheiben eingeworfen worden, bei einem weiteren Mitglied wurde der Briefkasten zerstört und an einem Buchladen ein Böller gezündet. Unter anderem wurde in dem Haus eine Ausstellung über jüdisches Leben gezeigt.

Pressemitteilung des Vereins Bildung und Aufklärung Zossen e.V. (BAZ), 23.1.2010

Haus der Demokratie ein Raub der Flammen

Wir sind erschreckt und traurig über die vollständige Zerstörung des Hauses der Demokratie in Zossen in der Nacht vom 22. zum 23.Januar 2010. Die Ermittlung der Brandursache müssen wir abwarten.

Nicht warten kann und darf jedoch die Arbeit und dürfen die Vorhaben der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« und des Vereins Bildung und Aufklärung Zossen e.V. (BAZ), des Trägers des Hauses der Demokratie.

Wir danken der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei, die sich unter extrem schwierigen Bedingungen in der Nacht bemüht haben unser Haus der
Demokratie zu retten, in das seit der Eröffnung am 12. September 2009 viel Arbeit, Geld und ehrenamtliches Engagement gesteckt worden sind.
All das darf nicht vergebens gewesen sein!

Nun benötigen wir Hilfe und Unterstützung, um unsere Arbeit sofort in anderen Räumen fortsetzen zu können. Wir hoffen auf breite Solidarität und Unterstützung bei der Wiederinbetriebnahme des Haus der Demokratie
in Zossen.

Bankverbindung: VR-Bank Fläming e.G., Kto Nr. 1106861200, BLZ 16062008

Siehe auch: Zossen: Neonazi gesteht Brandanschlag

5 thoughts on “Brandanschlag in Zossen: NPD-Mitglied legt Geständnis ab

  1. Ich glaube die Bürgerinitative heisst nicht wirklich »Zossen zeigt Gedicht« 😉

Comments are closed.