„Wortergreifung“ in Neukölln: NPD will wieder in die Schlagzeilen

Die NPD hat einem Bericht des Tagesspiegels zufolge bei einer Veranstaltung in Berlin-Neukölln ihren eigenen Rausschmiss provoziert. Etwa fünf NPD-Mitglieder und -Sympathisanten skandierten bei einer Diskussion mit dem Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) ausländerfeindliche Sprüche. Daraufhin wurden sie von mehreren Teilnehmern gedrängt, den Saal zu verlassen. „Sie wurden hinausgeschoben“, berichtet Buschkowsky dem Blatt. Zu Handgreiflichkeiten oder Beleidigungen sei es nicht gekommen. Auch die Polizei wurde nicht gerufen.

Wortführer der Rechtsextremisten war den Angaben zufolge Jan Sturm, NPD-Abgeordneter in der BVV Neukölln. Er sei einem Rausschmiss zuvorgekommen und habe den Saal der Gaststätte „Zum Hufeisen“ in der Fritz-Reuter-Allee freiwillig verlassen, sagte Sturm dem Tagesspiegel.

Für Buschkowsky sei der Auftritt der NPD „überraschend“ gekommen. Laut Sturm gehört die Aktion zur „Wortergreifungsstrategie“ der rechtsextremistischen Partei. Dadurch sollen Demokraten gezwungen werden, sich mit den Thesen der Neonazis auseinanderzusetzen.

Neue Führung soll neuen Schwung bringen

Die NPD hat in Berlin jüngst eine neue Führung bestimmt, die Partei galt in dem Landesverband als tief zerstritten und hatte zahlreiche Mitglieder verloren. Zudem konnte man nicht wie erhofft in den Bezirksvollversammlungen punkten. Daher geht die neonazistische Partei nun offenbar dazu über, durch Störaktionen wieder auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem hat die NPD einen Aufmarsch für den 1. Mai in Berlin angemeldet.

Siehe auch: NPD-Berlin – mit radikaler Führung und demokratischem Image, NPD-Berlin: Radikaler Franke soll’s richten

3 thoughts on “„Wortergreifung“ in Neukölln: NPD will wieder in die Schlagzeilen

  1. Die NPD ist von der Strategie der „Wortergreifung“ bei einer Veranstaltung plötzlich gar nicht mehr begeistert

    „zunächst verwehrten […] NPD-Mitglieder den Zutritt.“

    „Als der Bundesvorsitzende Voigt seinen Vortrag dann aber damit beendete, dass die BRD ein schlechtes Staatswesen sei und das Deutsche Reich wieder her müsste, ist mir der Kragen geplatzt“, bemerkt Michael Prinz zu Salm-Salm. Seine Versuche sich dazu zu äußern endeten zunächst in einer Schreierei…“

    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-ruedesheim/wallhausen/9370711.htm

    Ist die NPD etwa gar nicht mehr für Meinungsfreiheit?

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