Europaweite Verflechtungen des Rechtsrock-Geschäfts

Es waren Titel wie „Hitlerjungs aus Kassel“ oder „SA Sturm vom Fuldastrand“ von ihrem Debutalbum „Geheime Reichssache“, mit denen die Rechtsrockgruppe „Kommando Freisler“ 2003 für Furore in der extrem rechtenm Szene sorgte. Wenig später wurde die Scheibe indiziert: die Texte seien überwiegend antisemitischen Inhalts und erfüllten den Straftatbestand der Volksverhetzung. Mit ihrer Mischung aus bekannten Schlagermelodien und neonazistischen Texten in der Neonaziszene genoss die Band in der extremen Rechten Kultstatus.

Von Kai Budler für NPD-BLOG.INFO

Bis zum Prozess gegen Oliver K. und Sebastian K. im November 2009 war ungeklärt, wer genau zur Ursprungsbesetzung von „Kommando Freisler“ gehörte. Nach Ermittlungen des BKA, der Polizei und der Strafverfolgungsbehörden gab der 32-jährige Oliver K. aus Bad Lauterberg zu, dass die Idee zu dem extrem rechten Projekt von ihm stammte – außerdem steuerte er die Gitarre und den Gesang bei. Der ein Jahr jüngere Sebastian K. aus Kassel, der vor Gericht keine Angaben machte, saß am Schlagzeug, Erik S. spielte den Bass.

Neben der Bandbesetzung zeigte die Verhandlung im vergangenen Jahr erneut die europaweiten Verflechtungen des Rechtsrock-Geschäfts auf. Die Erkenntnisse über Kommando Freisler waren nur ein Teil der jahrelangen Ermitllungsarbeit des BKA gegen das internationale Geschäft mit der Begleitmusik zu Mord und Totschlag.

Siehe auch: Geldstrafe für “Kommando Freisler”