NPD-Bayern sagt Aufmarsch am 1. Mai ab

Die NPD in Bayern hat offiziell ihren für den 1. Mai angekündigten Aufmarsch in Fürth abgesagt. Wie die Fürther Nachrichten auf Nachfrage erfuhren, sei ein entsprechendes Dokument vor einiger Zeit im Fürther Ordnungsamt eingegangen. Zuvor hatte die neonazistische Partei  demnach auf einer Webseite im Internet verkündet, auf die Kundgebung in Fürth zu verzichten. Als Begründung wurden laut FN die Ereignissen in Dresden angeführt.  Die Blockaden  von Tausenden Gegendemonstranten machten einen »Strategiewechsel« nötig, hieß es auf der Internetseite. Man wolle nun »mit ganzer Kraft« die ebenfalls für den 1. Mai geplanten Veranstaltungen in Erfurt und Zwickau unterstützen.

Die NPD wollte dem Bericht zufolge von der Nürnberger U-Bahn-Haltestelle Eberhardshof bis zum Fürther Bahnhofplatz marschieren wo eine Kundgebung mit rund 400 Neonazis stattfinden sollte. Besonders heikel: Die Rechten wären auch an der Kleinen Freiheit vorbeigezogen, wo an diesem Tag die Gewerkschaften traditionell ihre Maifeier begehen. Im vergangenen Jahr hatten Neonazis eine DGB-Kundgebung in Dortmund angegriffen.

Hintergrund: Die Nazis und der 1. Mai: Homogenität statt Egalität

Neben Erfurt und Zwickau will die NPD in diesem Jahr am 1. Mai unter anderem in Rostock und Berlin aufmarschieren, in der Hauptstadt wurden gleich drei rechtsextreme Demonstrationen angemeldet. Die Neonazis versuchen den 1. Mai für ihre völkische (Pseudo-)Kapitalismuskritik zu missbrauchen. Ziel ihrer Ideologie ist aber nicht Egalität sondern Homogenität.

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Aktionsseite von Neonazis für den Aufmarsch am 1. Mai in Schweinfurt

Der zunächst geplante NPD-Aufmarsch in Fürth hatte bereits seit Wochen für Streit im „Nationalen Widerstand“ gesorgt. Denn Neonazis aus dem Spektrum des „Freien Netzes Süd“ hatten zudem eine Demonstration in Würzburg geplant. Mittlerweile rufen die Neonazis allerdings zu einem Aufmarsch in Schweinfurt auf.  Es ist nicht das erste Mal, dass in Bayern Neonazis aus dem „parteifreien“ Spektrum um NPDler miteinander konkurrieren.

Siehe auch: Streit um Neonazi-Aufmärsche zum 1. Mai in der Bayern-NPD