Jobbik-Kader kifft und verkehrt mit Transexuellen

Rechtsextremisten fordern gerne drakonische Strafen für Drogendelikte und predigen die Familie aus Papa, Mama und möglichst vielen Kindern als einzige akzeptierte Einheit. Nicht nur in Deutschland, sondern auch anderswo scheitern Rechtsextremisten gerne einmal an diesen Vorstellungen. Nun ist es der Sprecher der ungarischen Jobbik, der sein Amt räumen muss. Der Grund sind laut der Zeitung „Die Presse“ kompromittierende Fotos und Videos, die über Andreas Kiraly im Internet erschienen. Die Internetzeitung „STOP“ bezeichnet die Fotos als den „größten Skandal“ des ungarischen Wahlkampfes. Auf ihnen posiert Kiraly mit Transvestiten und Homosexuellen sowie mit einer farbigen barbusigen Tänzerin während eines Aufenthaltes in Kanada. Ferner wurde er beim Rauchen von Marihuana abgebildet, wie Kiraly zugab. Er machte auf Videos auch unflätige Sprüche.

In einer Aussendung bekannte sich Andras Kiraly zu den „früheren unverantwortlichen Taten“, aus denen er die Konsequenzen für seinen Rücktritt zog. Dieser erfolge im Interesse des „Wahlsiegs von Jobbik und der tatsächlichen Wende“. Er, Kraly, wollte damit verhindern, dass seine Partei über seine Person weiteren „gemeinen Schlägen unter die Gürtellinie“ ausgesetzt werde, heißt es in dem Bericht.

Laut der Internetzeitung „Origo“ widersprechen die veröffentlichten Fotos der von Jobbik vertretenen Ideologie. Jobbik verkündete etwa den Kampf gegen Drogenkonsum. Parteichef Gabor Vona hatte die Budapester Schwulenparade als „Provokation“ bezeichnet, die mit allen Mitteln verhindert werden müsse.

Die erste Runde der Parlamentswahl findet am 11. April statt. Der rechtsradikal Jobbik-Partei werden 18 Prozent der Wählerstimmen prognostiziert. Sie könnte laut Umfragen sogar zweitstärkste Gruppierung werden.

Mehr zu Ungarn.