Brandenburg: VS informiert über Rechtsextremistinnen

Erstmalig findet sich im Verfassungsschutzbericht für Brandenburg ein Kapitel über Frauen im Rechtsextremismus. Demnach sind etwa elf Prozent der 1.230 Rechtsextremisten in Brandenburg weiblich. Davon ist wiederum etwa jede zehnte gewaltbereit. Rund 60 Prozent der Rechtsextremistinnen gehören den Geburtsjahrgängen 1983 bis 1990 an, teilte Innenminister Speer in Potsdam mit. Er betonte, der Rechtsextremismus bleibe unter den Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung weiterhin die größte Herausforderung für Brandenburg. Daran ändere auch nichts der leichte Rückgang des Personenpotentials um 60 auf 1.230 Rechtsextremisten im Land. Unter ihnen befinden sich – bei Berücksichtigung von Mehrfachzählungen – unter anderem 480 (- 30) unorganisierte, gewaltbereite Rechtsextremisten, 320 (+ 60) Neonationalsozialisten, 320 (+ 20) NPD-Mitglieder (JN) und 150 (- 70) DVU-Mitglieder. Damit verlor die DVU etwa ein Drittel ihrer Mitglieder.

Trotz dreier Wahlantritte tritt die DVU kaum noch in Erscheinung. Dagegen war die NPD aktiv bemüht, ihre Strukturen zu erweitern. „Sie will zu den besser organisierten Landesverbänden in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufschließen. Auf geeignete Kräfte kann sie dabei kaum zurückgreifen. Ebenso ist ihr Mitgliederzuwachs nahezu zum Erliegen gekommen“, bilanzierte Schreiber. Der Nazifizierungsprozess innerhalb der NPD schreite voran. Weitere Teile des neonationalsozialistischen Spektrums konnten an die Partei herangeführt werden. Das Anwachsen dieser Szene und ihre eindeutige Wesensverwandtschaft mit der NS-Ideologie des Dritten Reichs stellen sowohl die Zivilgesellschaft als auch unsere Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen. In ihrer Bewältigung wächst die Bedeutung der kommunalen Ebene.

Wie eng die NPD mit der militanten Neonazi-Szene verzahnt ist, zeigt ein Blick nach Rathenow. Nach Angaben der Seite Inforiot ist dort Benjamin Kuhirt neuer NPD-Chef des Stadtverbandes. Kuhirt galt den Angaben zufolge Anführer der verbotenen Kameradschaft „Sturm 27“.

Siehe auch: Brandenburg – Programme gegen Rechts zeigen Wirkung

One thought on “Brandenburg: VS informiert über Rechtsextremistinnen

  1. „Damit verlor die NPD etwa ein Drittel ihrer Mitglieder.“ –> Korrektur: „… die DVU…“ 😉

Comments are closed.