Geld zum Schutz von jüdischen Massengräbern gefordert

Außenminister Westerwelle hat für die Bundesrepublik die Pflicht an, Projekte zum Schutz von jüdischen Massengräbern auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion zu unterstützen. Konkrete Zusagen vermeidet er aber, berichtete die taz. Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, forderte daher, nun müssten „auf die schönen Worte Taten folgen“. Ob den „verantwortungsbewussten Worten auch ehrliche Taten folgen“, würden die Grünen in der Haushaltsplanung 2011 „ganz genau beobachten“. Zudem dürfe das Außenministerium „keine unüberwindbaren Hürden für das Projekt aufbauen“. Die Zeit laufe davon, wenn man mit Hilfe von Zeitzeugen bisher unentdeckte Massengräber finden möchten, so Beck.

Mitte Januar hatten laut taz mehrere Organisationen, darunter der Zentralrat der Juden in Deutschland sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), gemeinsam öffentliche Hilfe für die Massengräber gefordert. Von den rund sechs Millionen Opfern des Holocaust wurden allein in der Ukraine 1,5 Millionen Menschen ermordet – und oft verscharrt in Massengräbern.

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In einem gemeinsamen Schreiben vom 26. Januar 2010 hatten zudem die Grünen Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag und Volker Beck den Bundesaußenminister aufgefordert, Verantwortung für die bisher oft vergessenen Opfer des Holocaust zu übernehmen. Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sind demnach heute mehr als 10.000 Massengräber bekannt, viele hundert sind noch unentdeckt. Überwiegend Juden, aber auch Roma und Sinti und andere NS-Opfer, wurden hier von Deutschen nicht in Lager deportiert, sondern am Rand ihrer Dörfer und Städte erschossen. Die Einsatzgruppen, Wehrmachts- und Polizeieinheiten entwickelten einen regelrechten Wettlauf, welcher Ort am schnellsten als „judenfrei“ gemeldet werden konnte.

Siehe auch: Gedenken muss auch Konsequenzen haben