Der Brigadegeneral in spe und die Neue Rechte

Von Florian Röpke

Es war vor fast genau einem Jahr. Die Sezession und Edition Antaios hatten einen Stand auf der Leipziger Buchmesse und Götz Kubitschek erwartete zu zwei Vorstellungen einen “Automaten“. Genauer:

() Dieser Automatismus trägt im Volksmund den namen „Antifa“, und es ist, als ob man eine Münze einwirft, um im Zoo anzurufen: Versprengte Teile der Leipziger Partei- und Gewerkschaftsjugend werden samt weniger offiziell organisierten Typen just zu dem Zeitpunkt am Sachbuchforum herumgammeln ()

Es kam aber anders:

() Selbst der Antifa-Automat war diesesmal defekt, es verirrte sich kein Störer und kein Krakeler zu unseren beiden Präsentationen am Donnerstag und Freitag. Und der Stand liegt so im Windschatten, daß es sich – sollten wir an dieser Zuteilung nichts ändern können – einfach nicht mehr lohnt, nach Leipzig zu gehen. ()

Tragisch, wenn sich nicht einmal der politische Gegner für einen interessiert. Was hätten das wieder für Artikel werden können. “Linke Störer” wären dann wenigstens ein Argument und Grund für das fast nicht vorhandene Publikum gewesen. Aber so, der “Windschatten“. Wie es aussieht wird es also dieses Jahr keinen Stand auf der Leipziger Buchmesse geben und somit auch automatisch keinen “Automaten“.

Doch nun zurück in die Gegenwart und ein aktuelles Heraufbeschwören des “linken Zeitgeistes”, Hervorhebungen sind von mir:

Erich Vad, ein fast ausschließlich in Stäben eingesetzter und seit Jahren sogar für Partei- und Regierungsarbeit abgestellter Offizier, wird – so Gott will und die Alliierten es zulassen – am 1. April zum General befördert und bleibt in der Nähe Angela Merkels. Interessant an dieser Personalie ist aus unserer Sicht: Brigadegeneral in spe Erich Vad hatte für die legendäre, allererste Sezession (April 2003) einen schönen Beitrag über die „Aktualität Carl Schmitts“ verfaßt. ()

Da wird sich Herr Vad aber ggf. für diesen wichtigen Hinweis bedanken. Und es ist natürlich eine durchachaubare Taktik*. Gibt es kein Echo zur Beförderung bedeutet das einen Gewinn, gibt es ein Echo, hat man es schon vorher gewusst, der “linke Zeitgeist” ist dabei immer beteiligt.

*Vergleiche: “Sezession: Hoffen und Harren hält manchen zum Narren

2 thoughts on “Der Brigadegeneral in spe und die Neue Rechte

  1. Der eigentliche Sinn dieser Veröffentlichung seitens der Sezession dürfte weniger in der von Dir erwähnten, künstlich herbeigeführten Selbstbestätigung einer selbsternannten „neu“-rechten Elite liegen als vielmehr in der Absicht, dieses Thema in den Fokus öffentlichen Interesses zu zerren, in der Hoffnung, die Sezession und ihre ideologische Ausprägung einem breiteren Publikum bekannt zu machen.
    Würde dieses Thema nämlich zu einem Politikum, so wäre zumindest vorübergehend Kubitscheks intellektuelle Retardgarde in den Medien mehr oder weniger präsent.
    Dazu reicht die bloße Publikation in deren eigenem Blog eigentlich nicht aus. Es sei denn, sie wissen um die Beobachtung durch Autoren einschlägiger, weithin bekannter und öffentlich publizierender antifaschistischer, anti-neonazistischer oder auch nur schwammig „linker“ (Internet-)Medien, deren Berichterstattung dann das eigentliche Tor zur Öffentlichkeit stellt.
    Und die gibt es: bei „npd-blog.info“ bist es Du, bei „endstation-rechts.de“ ist es Matthias Brodkorb, dessen Weltbild auf der absurden und völlig albernen Idee der Extremismustheorie thront und dessen Kritikfähigkeit da endet, wo noch so absurdes Gebrabbel halbwegs verfassungskonform und möglichst prätentiös daherkommt.

    Ich behaupte hier nicht, dass diese Strategie der Ausnutzung gegnerischer Medien zur strategischen Diskreditierung Herrn Vads gelingt. Wahrscheinlich schon aufgrung der Tatsache, dass der General in spe lediglich einen einzigen Artikel ausgerechnet auch nur in der ersten „Sezession“ (und vor allem: danach nie wieder) publiziert hat, die sicherlich auch nur in den Augen der selbstverliebten Herausgeber wichtig oder sogar „legendär“ war. Besagten Artikel Vad´s selbst allerdings kenne ich nicht. Da könnte also möglicherweise schon noch einiges herausgelesen werden, was in der Öffentlichkeit als politisch/moralisch fragwürdig gewertet werden kann.

    We will see. Mir jedenfalls macht es mehr Spass, wenn ich sehe, dass das Kubitschek´sche Batallion Gágá genau da bleibt, wo es jetzt ist: Auf einem verfallenen Ritterhof irgendwo zwischen Vergangenheit und Vergessenheit, wo es niemanden mehr kratzt.

Comments are closed.