NPD goes Rockergang

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NPD-Funktionär Sascha Roßmüller (Foto: Marek Peters)

Die mutmaßliche Mitgliedschaft des NPD-Funktionärs Roßmüller bei den Bandidos hat in der Neonazi-Szene sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, die von Verachtung bis zu offener Bewunderung reichen. Die NPD will sich hingegen bislang gar nicht äußern. Auf Anfrage des Autors teilte die Partei lediglich mit, es gebe noch keine Stellungnahme von Rossmüller, daher wolle man noch nichts kommentieren.

In den Neonazi-Foren geben sich die Kommentatoren hingegen gewohnt auskunftsfreudig. Viele NPD-Sympathisanten zeigten sich aber auch wenig begeistert von Rossmüllers Rocker-Connections:

„So langsam ist das Maß voll, erst Borchert jetzt Rossmüller und diese Partei gibt vor die Interessen der Deutschen zu vertreten?“, schreibt einer. „Erst über kriminelle Ausländer herziehen und dann solche als Brüder bezeichnen!“ Die NPD sei eine „Verräterpartei!“

„Schnitter“ kommentierte:

„Dass Schlägertypen wie Borchert und Co. bei den Bandidos mitmischen fand ich zwar paradox aber weder überraschend noch störend. Aber der Herr Rossmüller machte im Fernsehen und so weiter einen recht kompetenten Eindruck und ich frage mich wie sich eine Mitgliedschaft in solchen Kreisen mit einer NS-Weltanschauung in Einklang bringen lässt? Ich meine nicht nur die kriminellen Aktivitäten man darf sich auch mal die ganze Kana****ruppe anschauuen die die dann ihre Brüder nennen, echt abartig.“

„Toleranter“ zeigte sich „Friedl“. Er meint:

„Jeder soll in seinem Mofaclub selig werden.“

Allerdings soll das „Engagement“ von Rossmüller bei der Partei bekannt gewesen sein. Daher will „Frau Minke“ wissen:

„Was sagt denn der saubere Herr Apfel dazu. Von dieser Sache wusste doch Roßmüllers Umfeld schon ewig.“

Und A. behauptet:

Es stimmt, daß Roßmüllers Kontakte ins Rocker-Milieu in der Partei allgemein bekannt sind. Das hat komischerweise aber noch nie jemanden gestört. Warum eigentlich nicht?

Dazu komme noch, „daß erst kürzlich ein Nürnberger NPD-Funktionär als ehemaliger Swingerclubbetreiber und Rotlichtspezi aufgeflogen ist“. Also wirklich. A. weiter:

Naja, die “politikfähige” Bayern-NPD at its best… Wer macht bei diesem Heuchlerverein denn noch freiwillig mit?

Ein anderer Kommentator beschuldigte weitere hochrangige NPD-Funktionäre, bei einschlägigen Rockergangs mitzumischen und dadurch Geld zu machen. Auch die Beziehungen zwischen Neonazis und Rockern in Norddeutschland wurden in der Diskussion ausführlich gewürdigt. Dabei betonten mehrere Neonazis auch ihre Bewunderung für die Gangs. So schreibt „Populist”:

Was solls die Bandidos scheinen jedenfalls keine BRD-Schwuchteln zu sein.

Und „Zweiradfahrer“ meint:

Ob die Rockergangs sich auch so von den Antifas und Bullen vorführen lassen wie der nationale Widerstand in Dresden?
Die Antwort kann sich jeder selber geben. Kriminell sind alle Rocker zusammen weniger als dieses System, wer das nicht einsehen und kapieren kann der hört zum System, auf alle Fälle geistig und hat somit eine devote Sklavenseele die jedem Rocker fremd ist.

Auch Stephan preist die Vorzüge der Rockergang-Struktren an:

Ein wichtiger Faktor spielt “Respekt” vor einander. Zumindest unter den weissen Mitgliedern beider Gruppierungen. Da laesst man das, was trennend ist, unter den Tisch fallen. Weiter herrscht bei den Biker-Klubs eine Hierarchie, die, generell gesehen, im nationalen Lager nur ansatzweise zu erkennen ist. Eine kleine Gruppe von Leuten an ber Spitze plant was, verschiedene Chapter fueren den Auftrag aus oder arbeiten selbststaendig – alles fuer den Klub.

Ausserdem sind es meist Leute die bedingungslos ihrem “Klub”, mit all den harten Regeln, teu sind. Halt kein Kindergarten, wie mir das manchmal hier erscheint. Natuerlich verabscheue ich Drogen und all dem anderen kriminellen Kram, aber ersetzt man “Klub” mit “Bewegung”, dann sieht die Sache schon etwas anders aus. und natuerlich wuerde fuer mich meine eigene Familie IMMER vor der Bewegung stehen, weil: was ist schon eine Bewegung ohne Familien?!

Ausserdem, und das ist einer der wichtigsten Punkte, was “wir” noch nicht verstanden haben: die Klubs besitzen eine gut funktionierde Infra-Struktur und wissen nur mit Geld kann man Sachen (vor)finanzieren!!! Sie haben Klubhaeuser GEKAUFT, haben Garagen, haben ihre eigenen Laeden, wo sie einkaufen, helfen sich in allen Lagen selbst usw.

Und NSAO schreibt:

Die Nationale Szene kann sich noch so einige sachen von den genannten MCs (Black Seven Gremium ,81er und bandidos) abgucken.Ich selbst habe Freunde und bekannte beim gremium und da sieht man was zusammen halt ist ,was Ehre Treue und Stolz bedeuten …

„Eisenheinrich“ geben solche Debatten hingegen zu denken, er bilanziert:

MAl wieder ein neuer Tiefpunkt aber leider so überraschend auch wieder nicht. Man sollte sich mal ernsthaft fragen, woher eigentlich diese nicht unerheblichen personellen Überschneidungen der “Szene” mit Hooligans, Trinkerszene und Rockermillieu stammen.

Siehe auch: NPD-Kader Roßmüller angeblich in Rockergang aktiv

10 thoughts on “NPD goes Rockergang

  1. Ich verstehe die Aufregung nicht.
    Rossmüller war vor den Banditen jahrelang Mitglied im Gremium MC Nomads Bayern, dass hat doch auch kein Ferkel interessiert!

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