Leipziger Neonazis verurteilt

Fast drei Jahre nach dem Tatzeitpunkt ist nach Angaben der Linkspartei Sachsen am Amtsgericht gegen zwei der Leipziger Neonaziszene zuzurechnende junge Männer verhandelt worden. Beide sollen am 6. Mai 2007 an einem tätlichen Angriff auf Besucher des AJZ Bunte Platte in Leipzig-Grünau mitgewirkt haben. Das Gericht urteilte den Angaben zufolge, dass die beiden Angeklagten der Beihilfe zur tätlichen Körperverletzung schuldig sind. Juliane Nagel, Mitglied des Landesvorstandes der Linkspartei Sachsen, selbst Beobachterin des Prozesses, zeigte sich nach eigenen Angaben über das Ergebnis erfreut. In einer Stellungnahme schreibt sie:

„Nachdem einer der Beschuldigten, Istvan R., im Jahr 2008 freigesprochen wurde, im selben Tatzusammenhang eine junge Frau beleidigt zu haben, kommt mit dem heutigen Urteil ein Stück Gerechtigkeit zum Tragen. Begrüßenswert ist auch, dass Istvan R., der zu den führenden Köpfen der lokalen Neonaziszene gehört, nicht nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde, obwohl er zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt war. Die Jugendgerichtshilfe sprach richtigerweise von gezieltem, nicht jugendgemäßem Handeln. Schließlich wurden bei besagtem Angriff im Jahr 2007 gezielt drei Menschen körperlich angegriffen, Jugendliche, die sich gegen Nazis und für eine offene, alternative Jugendkultur einsetzen. Ich hoffe, dass das Urteil denen, die aus politischen Motiven Gewalt gegen Menschen anderer Herkunft, Lebensweise und politischer Einstellung ausüben, einen Dämpfer gibt.“

Beide Angeklagte wurden jeweils zu einer Geldstrafe verurteilt, Istvan R. zu 70 Tagessätze a 50 Euro und Stefan N. zu 50 Tagessätzen a 10 Euro. Ca. 30 Neonazis sorgten den Angaben zufolge vor dem Gericht für eine bedrohliche Stimmung.

Siehe auch: Ende der “Freien Kräfte” in Leipzig?

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