DÖW sieht Rosenkranz im rechtsextremen Umfeld

Während im kleinen Liechtenstein klare Worte gegen rechtsextreme Einstellungsmuster in der Bevölkerung auch von der Regierung kommen, steht im „kotteletförmigen“ (Titanic) Nachbarland Österreich eine Kandidatin bei der Bundespräsidentenwahl zur Wahl, die nach Ansichten von Experten im rechtsextremen Umfeld anzusiedeln ist. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands sieht laut der „Kleinen Zeitung“ die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz „sehr deutlich in einem rechtsextremen Umfeld“. Vom Holocaust-Leugner Gerd Honsik und der „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“ (AFP) habe die Niederösterreicherin schon bei der Nationalratswahl 2006 Wahlempfehlungen bekommen, sagte DÖW-Leiterin Brigitte Bailer-Galanda demnach. Dieser habe der Verfassungsschutz „eine Nähe zum Nationalsozialismus“ bescheinigt. Am Mittwoch hat eine vom DÖW als neonazistisch eingestufte Homepage eine Wahlempfehlung für Rosenkranz abgegeben.

Rosenkranz
Quelle: FPOE office, Theobaldgasse 19, 1060 Vienna, Austria

Dass auch noch die „Kronen Zeitung“ für Rosenkranz wirbt, finde Bailer-Galanda „erschreckend und bedenklich“. Dass nach dem Zweiten Nationalratspräsidenten Martin Graf eine weitere FPÖ-Politikerin aus diesem Umfeld Öffentlichkeit bekomme und an prominenter Stelle stehe, sei ein Signal in die falsche Richtung, heißt es weiter.

In der FPÖ würden zunehmend Grenzen überschritten, die Jörg Haider „bei aller Kritik noch eingehalten hat“, so Bailer-Galanda. So sei die FPÖ früher nicht öffentlich gegen das Verbotsgesetz aufgetreten, das hätten nur einzelne Personen gemacht. Jetzt gebe es eine Präsidentschaftskandidatin, die das unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit offen fordere. Es sei der rechte Rand zu militanten Kreisen „sehr durchlässig“. Die Kandidatur von Rosenkranz sei auch „international peinlich“.

Der dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) ist “Alter Herr” der Burschenschaft „Olympia“, was ihm bereits mehrfach heftige Kritik eingebracht hat – zuletzt, als er die Planarsitzung im Nationalrat vorzeitig verließ, um den Ball des Wiener Korporationsrings zu besuchen. Graf wies die Vorwürfe zurück. Die Verbindung zur Olympia bezeichnete er als “Lebensbund”, aus der man nicht so einfach austreten könne. Er bekenne sich zu guten und schlechten Mitglieder – so auch zu Norbert Burger, den Gründer der verbotenen rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei (NDP). Graf soll zudem im Jahr 1987 bei einem Auftritt des deutschen Neonazis Reinhold Oberlercher im Ordnerdienst gewesen sein, berichtet Wienweb.

Linktipp: DÖW zum deutschnationalen Korporationswesen in Österreich

Die Burschenschaft wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands als “rechtsextreme” Organisation eingestuft.

2 thoughts on “DÖW sieht Rosenkranz im rechtsextremen Umfeld

  1. Diese Frau ist unvorstellbar. Und die Rechte ist bei uns seit Jahren im Vormarsch und kann immer offener ihre Meinung äußern, ohne dass es noch jemand aufregt. Wahlkampf für Wahlkampf werden die offen ausländerfeindlicher, verhetzender und nationalsozialistischer.

    http://derstandard.at/1267132180989/Rosenkranz-fuer-Aufhebung-des-NS-Verbotsgesetzes:

    Gefragt, ob sie selbst bezweifle, dass es in NS-Konzentrationslagern Gaskammern gegeben hat, sagt Rosenkranz: „Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war – das ist also mein Wissen von der Geschichte, und daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen.“

    Witzig: Sie hat NACH 1976 Geschichte und Philosophie studiert.
    http://www.parlament.gv.at/WW/DE/PAD_14693/pad_14693.shtml

    Aber wieso sagt diese Frau nicht einfach „nein“?

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