Liechtenstein: Klare Worte gegen rechtsextreme Einstellungen

Gewalttaten von mutmaßlichen Rechtsradikalen in Liechtenstein haben die Regierung des Fürstentums zu einer Stellungnahme veranlasst. Am letzten Freitag war ein Kebap-Bistro in Nendeln kurz vor der Eröffnung durch Molotow-Cocktails verwüstet worden, berichtet die Zeitung 20 Minuten. Es handele sich um den zweiten Anschlag mit einfach herstellbaren Brandsätzen im gleichen Ort innerhalb dreier Monate, heißt es. Regierungsrat Hugo Quaderer sagte laut Medienberichten in Vaduz, er verurteile solche Vorfälle aufs Schärfste. Sie seien absolut nicht entschuldbar.

Erst vor zwei Wochen schlug ein Jugendlicher laut 20 Minuten in einem öffentlichen Bus einem türkischen Schüler ohne ersichtlichen Grund eine Bierflasche auf den Kopf. Auch zirkulierten im «Ländle» Flugblätter mit ausländerfeindlichem Inhalt. Plakate, die für Respekt gegenüber Schwulen und Lesben werben, wurden zerstört.

„Man darf es nicht unter den Tisch kehren. Es gibt Rechtsradikale in Liechtenstein“, so Polizeisprecherin Enz. Die Landespolizei habe Kenntnis von Angehörigen der rechten Szene, die aus verschiedenen Gemeinden stammten.

Die Regierung scheint indes die Taten nicht einfach einer „extremistischen“ Minderheit zuschieben zu wollen, sondern will offenbar auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Vorkommnisse benennen: „Wir wissen, dass rechtsextreme Einstellungen bis weit in die Mitte der Gesellschaft in Liechtenstein verbreitet sind», sagte Innenminister Quaderer weiter und rief dazu auf, Rechtsextremismus in keiner Form zu tolerieren. Er appellierte an die Bevölkerung, bei Anschlägen und Gewalttaten hin- statt wegzuschauen: «Wir sind jeden Tag aufs Neue gefordert, Mut und Zivilcourage zu zeigen.» Toleranz und Weltoffenheit seien grundlegende staatliche Werte in Liechtenstein, sagte Quaderer laut dem «Liechtensteiner Vaterland».

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