Neonazi-Propaganda an Schule verteilt: Geldstrafe

Das Amtsgericht Heidelberg hat einem Bericht des Morgenwebs zufolge zwei Männer wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz zu Geldstrafen verurteilt. Sie gehörten demnach zu einer Gruppe, die im Oktober 2007 die NPD-„Schulhof-CD“ sowie das NPD-Hetzblatt „Perplex“ vor einer Eberbacher Schule verteilt hatten. Die Neonazis wollten nach eigenen Angaben mit der Verteilaktion „ein demokratisches Gegengewicht zu den Ansichten“ eines „Antifalehrers“ schaffen.

Die Schülerzeitschrift “Perplex” der NPD-Nachwuchsorganisation JN war als jugendgefährdende Schrift auf den Index gesetzt worden. Das Blatt durfte daher Kindern und Jugendlichen nicht angeboten und nicht überlassen werden. Zudem dürfe es nicht für Minderjährige zugänglich ausgelegt werden.

Tipp: Argumentationshilfe gegen NPD-Schulhof-CD

Die jüngste Schulhof-CD der NPD sollte nach einem Antrag des Landeskriminalamtes Niedersachsen indiziert werden, der Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Vor zehn bis fünfzehn Jahren hatten die Neonazis noch über Parteien, Vereine und Wählergemeinschaften ganz konventionell versucht, Jugendliche für sich zu gewinnen. Inzwischen hat sich aber eine rechtsextreme Bewegung entwickelt. Die Musik spielt eine überragende Rolle für den Einstieg, wie Aussteiger immer wieder übereinstimmend berichten.

schulhodcf2005Die Bedeutung der “Schulhof-CDs” wird nach Ansicht von Experten allerdings häufig überschätzt. Denn wegen klammer Kassen könne die NPD solche Tonträger nur in relativ kleinen Stückzahlen produzieren, berichtet NDR Info. Für den Landtagswahlkampf  in Niedersachsen im Jahre 2008 reichte es nach Informationen von NDR Info für gerade einmal 10.000 CDs. Ungefähr genauso viele sind für den bevorstehenden Landtagswahlkampf  in Nordrhein-Westfalen geplant.

Der Einfluss der CDs ist in den vergangenen Jahren außerdem zurückgegangen, weil die meisten dieser Musikstücke kostenlos auch im Internet erhältlich sind. Pädagogen warnen deshalb immer wieder, dass nicht die CDs das eigentliche Problem seien, sondern die aus dem Internet herunter geladenen braunen Titel auf Walkman und Handy. Experten bezeichnen deshalb die CD-Verteilaktionen der NPD als einen “Griff in die Mottenkiste brauner Propaganda”.

Siehe auch: NPD darf Schulhof-CD weiter an Jugendliche verteilen, Sachsen: NPD-Blättchen “Perplex” auf dem Index

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