Überfall in Hannover: Anklage gegen rechtsradikale Schläger

Die Polizei hat zwei Tatverdächtige einer U-Bahn-Schlägerei am Neujahrsmorgen ermittelt. Ein 20- sowie ein 23-Jähriger sollen einen 18 Jahre alten Jugendlichen in der Station Kröpcke mit anderen Unbekannten umzingelt und geschlagen haben, wie die Polizei einem Bericht von e110 zufolge mitteilte. Die beiden mutmaßlichen Täter werden Medienberichten zufolge der gewaltbereiten rechten Szene zugerechnet und wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung angeklagt werden. Sie sind der Polizei bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten aufgefallen, schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung. So soll zumindest einer an den Übergriffen auf die Besucher des Jugendzentrums „Wohnwelt“ in Wunstorf Anfang 2009 beteiligt gewesen sein.

Die Komplizen der Verdächtigen konnten deshalb nicht identifiziert werden, weil die Beamten vergaßen, die Bilder der Üstra-Überwachungskameras sichern zu lassen. „Uns ist ein Fehler unterlaufen. Das tut uns sehr leid“, sagte Polizeisprecherin Petra Holzhausen. Der Vorgang werde derzeit intern geprüft, fügte sie hinzu. Der 18-Jährige ist über die Panne, die bei der Behörde hohe Wellen geschlagen hat, erbost. „Ich habe auf der Wache mehrmals darum gebeten, dass sich die Beamten die Aufzeichnungen ansehen, damit die gesamte Gruppe identifiziert werden kann“, sagte er der HAZ.

Das Opfer war nach der Attacke in eine abfahrende Stadtbahn geflüchtet, in die ihm der 20-Jährige gefolgt war und weiter auf ihn einschlug. Dem 18-Jährigen gelang es schließlich gemeinsam mit anderen Fahrgästen, den Täter aus der Bahn zu drängen.

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